Versandapotheke Zur Rose

DocMorris-Mutter eröffnet Flagship-Apotheke

Berlin - 20.07.2016, 15:00 Uhr

Bald aus dem Flagship-Store: Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose eröffnet in Bern am 8. August ihre erste Apotheke, um Rx- und OTC-Medikamente an den Kunden zu bringen. (Foto: dpa)

Bald aus dem Flagship-Store: Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose eröffnet in Bern am 8. August ihre erste Apotheke, um Rx- und OTC-Medikamente an den Kunden zu bringen. (Foto: dpa)


14 Millionen Franken Verlust wegen Gerichtsurteil

Dabei ist nicht in jedem Fall deutlich, wo die Unterschiede zwischen einem Medizinprodukt und einem rezeptfreien Medikament liegen, das nur in der Apotheke verkauft werden darf.  Bei Migros findet sich ein Magen-Darm-Relax-Präparat in Kapselform des Migros-Betriebes Elsa, das wie das Medikament Flatulex des Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer als Hauptwirkstoff Simeticon enthält. Flatulex, in Deutschland Lefax oder Imogas, wird nach Angaben von Fabian Vaucher, Präsident des Schweizer Apothekerverbandes Pharmasuisse, von der Krankenversicherung bezahlt. Coop verkauft im Online-Shop ein Präparat der deutschen Abtei OP Pharma GmbH gegen Verdauungsstörungen, Simeticon ist Bestandteil. Simeticon darf jedoch gemäss Stoffliste von Swissmedic, anders als in Deutschland, nicht zur Selbstbedienung angeboten werden. Zur Rose verkauft Flatulex im Schweizer Online-Shop nicht.

Ab 2017 wird diese Diskussion noch einmal eine neue Komponente erhalten. Denn durch eine Anpassung des Heilmittelgesetzes, dessen Änderungen 2017 in Kraft treten sollen, können aufgrund einer neuen Einteilung innerhalb der Medikamentenkategorien mehr rezeptfreie Medikamente frei verkauft werden. „Es wird sich hier aller Voraussicht nach um Stoffe handeln, die den Charakter eines Nahrungsmittelzusatzes haben, die heutigen Listen D und E“, erklärt Heinz Brand, Präsident des Krankenkassen-Verbandes Santésuisse. Für die Versandapotheken ändert sich dabei aber wenig. Sie dürfen wie seit dem Bundesgerichts-Urteil im Online-Shop rezeptfreie Medikamente nur noch gegen ein ärztliches Rezept verkaufen, das nach einem persönlichen Kontakt mit dem Patienten ausgestellt wurde.

Das Bundesgerichtsurteil hat jetzt schon finanzielle Auswirkungen auf den DocMorris-Mutterkonzern. Der Versandapotheke Zur Rose entgehen durch das Urteil jährlich 14 Millionen Franken, berechnet am Zur Rose- Umsatzanteil von rezeptfreien Medikamenten am Gesamt-Medikamentenmarkt Schweiz. Trotzdem bleibt zur Rose optimistisch. Die Bestellungen im Webshop seien trotz des Wegfalls zwischen Oktober und Dezember im zweistelligen Bereich angestiegen, heisst es im jüngsten Geschäftsbericht.

Madeleine Staeheli Toualbia, freie Journalistin




Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

DocMorris-Mutter eröffnet Flagship-Store in Bern

Zur Rose geht offline

Arzt muss Patient vor Verschreibung persönlich sehen – Zur Rose-Modell rechtswidrig

Schweiz: Dämpfer für den Versand

Zur-Rose-Chef Oberhänsli strebt neun Prozent Rx-Versandanteil in Deutschland an

Große Pläne für DocMorris

Versandhändler eröffnet Apotheke in Berner Migros

Zur Rose als Shop-in-Shop

Zur Rose intensiviert Kooperation mit Handelskonzern

Shop-in-Shop mit Migros

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.