Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

03.07.2016, 08:00 Uhr

Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)

Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)


Armin, der Bub ist unsere große Hoffnung. Ob er uns auch Honorar bringt? Auch der ABDA-Chefjurist ist voller Hoffnung – dass wir keinen Plan B für das Preisbindungsurteil brauchen. Keep calm, ihr Apothekers! Ob das hiflt? Wenig Hoffnung hat Jens Dobbert, Brandenburgs Kammerpräsident, er kürzt schon mal die ABDA-Beiträge. Und die ABDA hofft mit neuen Nachrichten aus ihrem Newsroom die Welt zu beglücken. Na, diese Hoffnung stirbt zuerst.

27. Juni 2016

Solche Aktionen können gar nicht oft genug stattfinden: Apotheker laden Gesundheitspolitiker in die Apotheke ein, um pharmazeutische Arbeiten zu zeigen. In dieser Woche folgte die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens der Einladung von Apothekerin Gabriele Regina Overwiening, der quirligen Kammerpräsidentin der Kammer Westfalen-Lippe. In Overwienings Apotheke stellte ein Pharmazeut im Praktikum (PhiP) Vitamin-C-Kapseln her als Anschauungsbeispiel für Rezepturen. Und schon war die unzureichende Honorierung von Rezepturen das Thema. Der PhiP zeigte der Ministerin auch Möglichkeiten der Medikationsanalysen und der Arzneimitteltherapiesicherheit. Steffens ist seit jeher dafür aufgeschlossen, dass Apotheker hier eine führende Rolle spielen. Mein liebes Tagebuch, vielleicht sollten alle Kammerpräsidentinnen und -präsidenten, aber natürlich auch so viele Apothekerinnen und Apotheker wie nur möglich, ihre Landesgesundheitspolitiker in Apotheken einladen. In der Vorwahlkampfzeit stößt eine Einladung mit Sicherheit auf offene Ohren. Und das, was ein Politiker vor Ort gesehen und erlebt hat, bleibt wesentlich stärker im Bewusstsein als wenn er nur eine Honorarforderung auf Papier liest.

28. Juni 2016

Weil sich das Land Nordrhein-Westfalen aus der Finanzierung der PTA-Schulen zurückgezogen hat, hat die Apothekerkammer Westfalen-Lippe beschlossen, die Apothekeninhaber zur Mit-Finanzierung der PTA-Schulen heranzuziehen. Das gefällt dem Bottroper Apotheker Nolten nicht und er reichte Klage gegen Kammer ein. Er zweifelt an der Rechtsgrundlage, mit der das Land hoheitliche Aufgaben wie Bildung auf die Berufsorganisation der Apotheker verlagert. Seine Argumente stützen sich auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts: Wenn Angehörige einer Berufsgruppe außensteuerlich belastet werden, dann müsse es eine sachgerechte Verknüpfung zwischen Belastung und Begünstigung geben und das Aufkommen „gruppennützig“ verwendet werden. Das sei hier nicht feststellbar. Mein liebes Tagebuch, das sollte wirklich mal geklärt werden. Die Klage des Apothekers soll nicht  als Angriff gegen die Kammer verstanden werden, betont Apotheker Nolten, es geht hier ums Prinzip. Das Land NRW mache es sich zu einfach, seine Bildungsaufgaben an eine Berufsgruppe abzugeben. Außerdem arbeiten PTAs nicht nur in Apotheken, sondern auch in der Industrie oder in anderen Bereichen. Vor diesem Hintergrund ist es gut, die Kammerfinanzierung der PTA-Ausbildung gerichtlich abklären zu lassen.

ARMIN, ach Armin. Das ABDA-Königsprojekt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit, das modellhaft in Thüringen und Sachsen läuft, entwickelt sich zum Medikationsprojekt dieses Jahrzehnts. Aber die Ausgangslage vor vier Jahren war denkbar ungünstig. Mal zugespitzt:  So richtig und wirklich wollten das Projekt nur wir Apothekers. Die Kassen wollten es nur ein bisschen und die Ärzte es wohl gar nicht. Das waren keine allzu guten Voraussetzungen. Was trotz größter Widerstände von Ärzteseite da dennoch in den letzten Jahren durch unermüdliche Verhandlungen auf die Beine gestellt wurde, ist beachtlich. Auch wenn nur knapp ein Fünftel der Ärzte in Thüringen und nur gut ein Zehntel der Ärzte in Sachsen mitmachen. Aber immerhin. Die Apotheker sind dabei, weit mehr als drei Viertel. Und die Technik, die sichere Datenverbindungen zwischen Arzt, Apotheker und Krankenkassen, übrigens ein Novum, kommt endlich ans Laufen. Ärzte verordnen Wirkstoffe, wählen aus einem Medikationskatalog leitliniengerecht aus – und jetzt geht die Medikationsanalyse an den Start. Mein liebes Tagebuch, man soll ja nicht immer auf die anderen zeigen, aber bei Armin klemmt’s tatsächlich am meisten daran, dass Hausärzte keine Kompetenzen an Apotheker abgeben wollen. Die Chefin der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen brachte es vor Kurzem selbst auf den Punkt: „Wir brauchen für das Modell einen bestimmten Arzt-Typen. Der Typ ‚Ich bin Arzt, lasst mich hier durch!‘ wird sicherlich kein Interesse an ARMIN haben.“ Also hoffen wir, dass es noch möglichst viele richtige Arzttypen gibt, die den Nutzen sehen, wenn sie mit Apothekern zusammenarbeiten. Und hoffen wir, dass möglichst viele Patienten mitmachen und feststellen, dass es ihnen nützt. Und hoffen wir, dass die Krankenkasse  ihre finanziellen Vorteile realisiert. Ja, mein liebes Tagebuch, und die letzte Hoffnung: Bekommen wir Apotheker unsere Anstrengungen letztlich honoriert? Oder heißt es dann am Ende: Ein tolles Projekt, das allen nützt, aber, liebe Apothekers, mehr Honorar geht nicht, denn das ist doch alles in eurem schönen Berufsbild schon drin. Das ist das einzige, was wir nicht hoffen.

29. Juni 2016

Ein Preisnachlass des Großhandels von mehr als 3,15 Prozent geht nicht, entschied in dieser Woche das OLG Bamberg im Streit zwischen Wettbewerbszentrale und dem Großhändler AEP. Und sein Fixum von 70 Cent muss der Großhandel immer erheben. Mein liebes Tagebuch, ist das nun das Ende des AEP-Angebots von 5,5 Prozent (3 % Rabatt und 2,5% Skonto)? Oder geht der Streit doch noch weiter? Gut möglich, die Revision gegen das Urteil ist zugelassen.

Keep calm and carry on, bleibt ruhig und macht erstmal weiter – mein liebes Tagebuch, es würde mich nicht wundern, wenn dieser britische Propagandaspruch aus dem Zweiten Weltkrieg über dem Eingangsportal der neuen ABDA-Zentrale am Berliner Hauptbahnhof stehen würde. Mit Blick auf das anstehende Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Preisbindung für Rx-Arzneimittel zeigt sich ABDA-Chefjurist Lutz Tisch nämlich so was von gelassen. Er meint, die Schlussanträge des Generalanwalts, die für eine Aufhebung der Rx-Preisbindung plädieren, seien nicht überzeugend. Und deswegen sei es nicht notwendig, sich einen Plan B zu überlegen. Mein liebes Tagebuch, der hat die Ruhe weg, könnte man meinen. Aber natürlich hat er sie nicht. Denn es wäre ja fast schon selbstzerstörerisch, wenn die ABDA nicht schon längst ein Szenario durchgespielt hätte, was wäre wenn. Und na klar, der Plan B liegt in der Schublade. Womit Tisch allerdings vermutlich richtig liegt: Selbst wenn der EuGH sich gegen die Rx-Preisbindung im grenzüberschreitenden Arzneimittelversand entscheiden sollte, bleibt in Deutschland die Preisbindung erstmal bestehen. Fragt sich nur, wie lange. Und dann könnte alles auf einmal sehr schnell gehen. Mein liebes Tagebuch, bei aller ABDA-Zuversicht: Woher kommt eigentlich das Magenrummeln, wenn man solche Beruhigungsformel aus der ABDA-Zentrale hört? Warum wird man bei dieser juristischen ABDA-Gelassenheit immer unruhig? Warum möchte man am liebsten doch mal in die Schublade schauen und nachsehen, ob der Plan B drin liegt? Vielleicht, weil man uns schon  desöfteren beruhigende Hoffnungen machte, die sich bis heute nicht erfüllten? Weil die ABDA-Politik immer wieder die Es-hätte-noch-schlimmer-kommen-können-Platte auflegte? Wie wär’s mal damit, liebe ABDA: Don’t keep calm and love your pharmacists!

30. Juni 2016

Und weil bei der ABDA nicht alles so weitergehen sollte wie bisher, stimmten von den 34 Mitgliedsorganisationen vier dagegen, höhere Beiträge an die ABDA zahlen zu müssen, und zwei enthielten sich. Immerhin. Wer diese vier Organisationen sind, wollte die ABDA nicht rauslassen (geoutet hatten sich im Vorfeld der Abstimmung die Kammern von Brandenburg und Nordrhein). Das sorgte für ein wenig Unruhe, reichte aber nicht: Im kommenden Jahr müssen die 17+17 Kammern und Verbände 3,3 Prozent höhere Beiträge an die ABDA abdrücken. (Wobei die Beitragssteigerungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich stark ausfallen.) Die Gründe für die Steigerung: mehr Personal bei der ABDA, ein geheimnisumwitterter Newsroom und ein bisschen mehr Geld für die Öffentlichkeitsarbeit. Mein liebes Tagebuch, gegen  eine kleine Beitragserhöhung wäre sicher wenig einzuwenden, wenn der Output stimmen würde.

Diesen Output sah zumindest die Apothekerkammer Brandenburg nicht. Sie sieht auch die Interessen der Basis-Apotheker nicht ausreichend vertreten. Beispielhaft nannte Brandenburg die von wenig Sachkenntnis geprägte ABDA-Stellungnahme zur Barrierefreiheit von Apotheken, die von der ABDA mit 3,6 Mio Euro bezuschusste PharmCHF-Studien oder den Umgang mit dem Thema Lieferengpässen. Und so beschloss die Kammerversammlung Brandenburg, den ABDA-Beitrag vorerst um die Hälfte zu kürzen. Mein liebes Tagebuch, gut, dass es Kammern wie Brandenburg gibt, die zumindest mal ein Zeichen setzen. Das Immer-weiter-So und stille Abnicken einer unausgegorenen Politik kann’s nicht sein.
Gerade erst rebellisch beschlossen, soll der Beschluss allerdings schon wieder wackeln. Angeblich soll der ABDA-Präsident im Gespräch mit dem Brandenburgischen Kammerpräsidenten Jens Dobbert eine Lösung gefunden haben, das Problem aus der Welt zu schaffen. Andererseits war von Dobbert zu hören, dass er als Präsident an den Beschluss gebunden sei. Mein liebes Tagebuch, das beobachten wir mal.

1. Juli 2016

ABDAs neuer Newsroom – ist ein Darkroom. Ein Mysterium. Und trotzdem: Er ist beschlossen, die Mehrheit der 17+17 ABDA-Organisationen hat ihn abgenickt, auch wenn keiner genau weiß, was das soll. Selbst auf Nachfrage fielen die Erklärungen dazu reichlich verwaschen aus. Mein liebes Tagebuch, wer hat der ABDA diese skurrile Idee in den Kopf gesetzt?
Vermutlich hat noch keiner der Ehrenämtler einen echten Newsroom gesehen (ein Ausflug zum Newsroom von BILD und Spiegel wären hilfreich gewesen). Oder meinen manche, der Newsroom ist ein Ersatz fürs verkaufte Mendelssohn-Palais?
Einen Newsroom zu installieren, eine Zentrale, die Nachrichten aller Art aufbereitet und die unterschiedlichsten Medien bespielt – schön und gut. Aber dafür müsste es erst einmal die Nachrichten über und von der ABDA geben. Mein liebes Tagebuch, man kann das ja schon mal durchspielen: Was wäre, wenn wir heute schon diesen Newsroom hätten… Welche Supernachrichten aus dem ABDA-Newsroom könnten denn täglich (!) die Welt beglücken? Wenn ich vor diesem Hintergrund die vergangene Woche checke oder mal ein paar Tagebuchseiten zurückblättere, mit Verlaub, so aaaarg tolle News made by ABDA fallen mir da nicht ein. Es sei denn, man möchte in Zukunft die Hosen runterlassen und alle Rückschläge, Tiefschläge, Niederlagen und alles was man nicht erreicht hat, öffentlich machen.
Schon heute gibt es eine ABDA-Pressestelle mit Pressesprecher (auch wenn man ihn selten sieht  oder hört). Schon heute könnte man die Medien mit „täglich neuen Nachrichten und Informationen über die Arbeit, Leistung und politischen Ziele des ABDA-Verbundes“ befeuern, so es sie gäbe.
Mein liebes Tagebuch, mal ehrlich, ich glaube, da wird gerade wieder mal ein großer Ballon mit richtig heißer Luft aufgeblasen. Bis er platzt. Dumm nur, dass sich dann wieder einige hunderttausend Euro in ebendieser heißen Luft auflösen. Wer braucht heute noch die weichgespülten Nachrichten von Verbänden, von denen jeder weiß, wie gut sie sich selbst darstellen wollen? ABDA, mach lieber eine gute Politik, die sich an Erfolgen messen lässt – die Nachrichten darüber verbreiten sich wie von selbst. Auch ohne Newsroom.


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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7 Kommentare

Falsche Heilsversprechen ...

von Reinhard Herzog am 03.07.2016 um 13:37 Uhr

Das Heilsversprechen AMTS / Medikationsmanagement. Die goldene Zukunft. Zwar nichts richtig durchgerechnet und auf Zukunftsfähigkeit getestet, aber immerhin.

Stillstand ist ja bekanntlich Rückschritt, also marschieren wir. Egal. Hauptsache in irgendeine grobe Richtung AMTS-Horizont. Aber eben auch nicht allzu weit, bitte, und vor allem nicht allzu schnell. Steil bergauf schon gar nicht.

Dass da die Sonne längst untergegangen ist, wenn wir dort mal ankommen sollten, sieht man halt nicht, wenn man sich von der schönen Abendsonne blenden lässt.

Hinsichtlich Zukunftssicherung ist das ähnlich sinnreich wie den Lokführern noch einen Lkw-Führerschein zu empfehlen.
Das wird beides wegautomatisiert werden, das eine etwas früher, das andere wenig später!

So auch mit dem AMTS. Das wird irgendwann von den EDV-Systemen verfrühstückt wie heute ein Virenscanner im Hintergrund läuft. In 2030 werden Rechner ca. 1000 mal (!) leistungsfähiger sein als heute. Neue Datenbanktechnologien werden sich etabliert haben. Die "Cloud" wird ganz andere Dimensionen haben.

Spätestens wenn das in den Arztpraxen läuft (wo es sachlogisch halt auch hingehört), ist hier Schicht im Schacht für die Apotheken. Da bleibt nur der pharmazeutisch-pharmakologische Katzentisch.
Ein wenig trägt dann vielleicht noch das Müller-Bohnsche Modell des vom Arzt verordneten AMTS / Medi-Check auf "Spezialniveau" für die schwierigen Fälle. Da macht das genaue Hinschauen wohl auch künftig noch Sinn. Das trägt aber doch keinen Berufsstand. Zumal man das in irgendwelchen Spezialzentren irgendwo professionell befunden lassen könnte (so wie es das heute in der Medizin schon gibt) und nicht beim "Krauter um die Ecke". AMTS-Fortbildung hin oder her.

Reichlich 8 Mrd. € beträgt der Apotheken-Rohertrag aus allen Verordnungen (GKV und PKV, inkl. Non-Rx), mit OTC sind es 11,5 - allenfalls 12 Mrd. €. Und gut 250 Mrd. € geben die Krankenversicherungen (inkl. PKV / Beihilfe) insgesamt jährlich für die Gesundheit / Krankheit aus.

Der Gesamtnutzen des AMTS liegt dagegen im niedrigen Milliardenbereich, davon Honoraranteil für die Ärzte und Nutzen für Krankenkassen / Gesellschaft abgezogen - da bewegen wir uns eher im dreistelligen Millionen- als noch im Milliardenbereich, was für die Apotheken überhaupt herausschauen könnte.
Das soll es sein?

Und das lustige Geschöpf ARMIN?
Das passt zwar zu unserer Gesellschaft wie die Faust aufs Auge, ist aber eher ein Ausweis ihres Niedergangs. Jahre um Jahre, für was eigentlich? Derweil baut man in Asien ganze Städte.

Aber wie gesagt - passt.
Wie BER, Stuttgart 21, Ortsumgehungen, die über 30 Jahre brauchen, Eurofighter und A400-Transportflugzeug, Drohnen, deren Kauf man nicht mal hinbekommt (geschweige denn eine Entwicklung), die elektronische Gesundheitskarte, den Glasfaserausbau, die Energiewende und und ...

Wenn man das alles als Maßstab nimmt, ist ARMIN ein Erfolg.
Doch die Welt um uns herum tickt anders ...

Besinnt Euch auf Eure wahren Stärken! Die gibt es nämlich auch noch ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Hervorragende Analyse

von Dr. Jochen Pfeifer am 03.07.2016 um 20:56 Uhr

Lieber Herr Kollege Herzog: Gratulation zu Ihrem Kommentar, dem man nur 100% zustimmen kann.Ich glaube, dieser Kommentar ist gerade auch für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen mal ein Weckruf- die meisten unserer Funktionäre in ABDA und Kammern schlafen schon so tief und fest, dass wir da nicht mehr viel machen können. Leider haben Sie, wie gesagt, mit allem Recht- und das muss unserem Berufsstand Sorgen machen:

Wie kann man das ändern?

von Reinhard Rodiger am 03.07.2016 um 12:05 Uhr

Solange das Stellen von Fragen, das Fordern von Antworten, die Erarbeitung von Lösungen und jeder Diskurs zur lebensfähigen Entwicklung IMMER ANDEREN ÜBERLASSEN wird, werden wir beliebig vorgeführt. DIe Funktionalität von Kleinstunternehmen bleibt genauso unverstanden, wie die unehrliche Finanzierungsgrundlage. DIe Hoffnung auf andere Ärzte zeigt das Unvermögen, sich über die Ursachen für diese Abwehr klar zu werden. Wenn andere zu unseren Kernaufgaben 27 ! Fragen an die Bundesregierung stellen können,zu denen wir offiziell nichts beitragen, so zeigt das deutlich, was fehlt. Das ist ein Erkenntnisproblem und nicht durch Newsroom lösbar. Ohne erkennbare
Auseinandersetzung mit dem Marktgeschehen, aus dem unser Honorar generiert wird, kann keiner verstehen, wo die Probleme liegen bzw gelöst werden können.

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@Herrn Ditzel

von gabriela aures am 03.07.2016 um 11:46 Uhr

Lieber Herr Ditzel,

was macht Sie glauben, die ABDA hat einen Plan B in der Schublade ?

Verzweifelte Hoffnung, weil soviel fahrlässiges Nichtstun kann/darf es nicht geben oder durften Sie gar einen Blick durchs Schlüsselloch vom Newsroom werfen ?

Ansonsten: wie immer "schön" mit spitzer Feder geschrieben, wenn auch zwangsläufig eine weitere Zusammenfassung von Versäumnissen :-( .

Schönen Sonntag an alle MitleserInnen und Mitschreibenden !

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Weiter so geht nicht mehr!

von Ulrich Ströh am 03.07.2016 um 9:43 Uhr

Ein neuer ABDA -Newsroom!
Wissen alle Ehrenamtler ,worüber Sie in Berlin abgestimmt haben?

Ein ABDA-Pressesprecher, den man selten sieht oder hört!
Wozu ist er da in einer Welt der Medien?

Ein ABDA -Königsprojekt der AM-Sicherheit mit neunzigProzent Nichtbeteiligung der Ärzte und einer Krankenkasse!
Wie und wo sollen da vorzeigbare Resultale vorgelegt werden können? Und wann?

Zitate nur aus dem heutigen Tagebuch...

Ich könnte noch mehr aktuelle Ungereimtheiten nur aus dem heutigen Artikel aufzeigen.

Resultate zählen,und die sehe ich nur bei steigenden
ABDA-Beiträgen!

Wie kann man das ändern?

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Honorar

von Dr. Jochen Pfeifer am 03.07.2016 um 8:30 Uhr

Meiner Meinung nach steht und fällt unsere Zukunft als unabhängige öffentliche Apotheker mit der Frage der Honorierung. Die berühmt-berüchtigten € 8.35 mögen zum Zeitpunkt der Einführung ihre Berechtigung gehabt haben, jetzt schaden sie uns allerdings mehr als sie nützen. Ein solcher "All-inclusive-Preis" führt natürlich unsere Verhandlungspartner dazu, sämtliche- auch zukünftige Leistungen der Apotheker, die damals noch gar nicht bekannt waren wie Medikationsmanagement- in diese Pauschale einzubeziehen. Eine Quersubventionierung unserer Zusatzleistungen wie Rezeptur, Notdienst etc mit dieser Honorierung mag damals auch gerechtfertigt sein, ist aber heute auch mehr als kritisch zu sehen. Und liebes Tagebuch- dass eine Ministerin die Apotheke einer Kammerpräsidentin besucht, heisst erst einmal gar nichts. Wir müssen den Abgeordneten (!) demonstrieren, was wir können und wofür wir stehen.

Letztendlich steht und fällt aber alles mit einer guten und produktiven Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker. Und da bin ich sehr zuversichtlich, wenn man Projekte von engagierten Kollegen beider Berufsgruppen sich ansieht. Ich selbst engagiere mich sehr stark in diesem Bereich, wofür ich auch mal von der DAZ scharf kritisiert werde (aber das gehört eben dazu).

Ganz wichtig schließlich: Wir öffentliche Apotheker müssen endlich (!) einmal unsere Tätigkeit definieren: ohne spezielle Ausbildung und Zusatzqualifizierung (entweder im Studium oder als Fortbildung) können wir nicht einfach mal Medikationsmanagement "machen", nur weil wir irgendwann mal eine Approbation als Apotheker erworben haben. So etwas ist eben auch nicht in der "All Inclusive" Qualifikation "Apotheker" enthalten, es sei denn man hat nach der neuen Approbationsordnung studiert und das Glück gehabt, sehr gute Professoren der Klinischen Pharmazie als Lehrer gehabt zu haben.

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Mitgestaltung der Gesundheitspolitik in NRW

von Thesing-Bleck am 03.07.2016 um 8:22 Uhr

Mein liebes Tagebuch, über ein Ereignis hast Du nicht berichtet. Das konntest Du vielleicht auch nicht, denn es war ja gar keine Apotheker dabei.
Am Dienstag hatte die SPD Landtagsfraktion zu einem gesundheitspolitischen Expertengespräch in den nordrhein-westfälischen Landtag eingeladen. Drei Hochschullehrer stellten vor, wie die Gesundheitspolitik in Nordrhein-Westfalen in den nächsten Jahren gestaltet werden kann. Die wichtigste gesundheitspolitische Aufgabe, die in diesem SPD geführten Bundesland angegangen werden soll, ist die Vernetzung der Gesundheitsdienstleistungen. Es wurde deutlich, dass als Voraussetzung dafür die fachübergreifende Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe und Leistungserbringer gestärkt werden muss. Im Expertentalk hatten Sprecher der anwesenden Gesundheits-Organisationen Gelegenheit, die aus ihrer Sicht in der Zukunft notwendigen Veränderungen und Herausforderungen vorzutragen. Hier meldeten sich zum Beispiel Vertreter*innen der Ärzte, der Krankenhausgesellschaft oder der Patient*innen meldeten zu Wort, nicht jedoch der Apothekerschaft.
Ob die vier nordrhein-westfälischen Apothekerorganisationen zu diesen Termin gar nicht nicht erst eingeladen waren oder ob sie es für überflüssig hielten, sich hier zu positionieren, entzieht sich meiner Kenntnis. Beides wäre jedenfalls gleichermaßen schlimm.

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