ABDA-Statistik zum Jahresende 2015

Nur noch 20.249 Apotheken

Berlin - 29.02.2016, 19:10 Uhr

Die Zahl der Apotheken sinkt weiter - aber nicht mehr so schnell.

Die Zahl der Apotheken sinkt weiter - aber nicht mehr so schnell.


Nun hat die ABDA die Zahlen offiziell veröffentlicht: Zum Ende des Jahres 2015 gab es in Deutschland nur noch 20.249 Apotheken. Das sind 192 weniger als Ende 2014.

In letzter Zeit greift auch die Tagespresse immer wieder das Problem des Nachwuchsmangels bei Apotheken auf. Nun steuert die ABDA offiziell die aktuellen Zahlen zur Debatte bei. Sie basieren auf den von den Landesapothekerkammern gemeldeten Apothekenbetriebserlaubnissen. Und es zeigt sich: Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre hält tatsächlich an, hat sich aber abgeschwächt.

Die 192 Apotheken, die es 2015 gegenüber dem Vorjahr weniger gibt, ergeben sich aus der Differenz von 346 Schließungen und 154 Neueröffnungen. Dabei wurden laut ABDA vor allem Einzelapotheken geschlossen – und nicht etwa Filialen. Teilweise seien Schließungen aber durch den Übergang in Filialapotheken aufgefangen worden. Den bisherigen Höchststand an Apotheken in Deutschland hatte es im Jahr 2008 gegeben (21.602).

Die ABDA weist darauf hin, dass Deutschland im europaweiten Vergleich keinesfalls durch besonders hohe Apothekenzahlen hervorsticht. Mit 25 Apotheken pro 100.000 Einwohner liege die Apothekendichte weiterhin unter dem EU-Durchschnitt von 31 Apotheken.

Schmidt: Nachfolger vermissen Planungssicherheit

„Die sinkende Zahl an Apotheken in Deutschland hat nicht eine, sondern viele Ursachen", erklärt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Da ist zum einen der intensive Wettbewerb zwischen den Apotheken auf lokaler Ebene. „Gerade kleinere Apotheken können da in betriebswirtschaftliche Schieflagen geraten“, so Schmidt. Doch er verweist auch darauf, dass die Suche nach pharmazeutischem Fachpersonal oder nach einem Nachfolger auf dem Land oft schwierig ist: „Vor allem sind die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene nicht optimal. Niedergelassene Apotheker und ihre potenziellen Nachfolger brauchen Planungssicherheit, um Investitionen in die Zukunft angehen zu können. Daran fehlt es aber, gerade im Hinblick auf eine berechenbare Entwicklung der Vergütung“. Die Forderung der ABDA ist daher deutlich: „Eine jederzeit und überall funktionierende Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken braucht verlässliche wirtschaftliche und ordnungspolitische Rahmenbedingungen.“


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3 Kommentare

Realität

von Reinhard Rodiger am 01.03.2016 um 20:56 Uhr

Wieder wird die Stuation beschönigt zu Lasten aller. Wenn der Saldo eine Abschwächung des Rückgangs suggeriert, so trifft das regional nicht die Wahrheit. Es gibt viele Bezirke, die plötzlich grosse Probleme haben, bei Zurechnung zum Durchschnitt jedoch nicht. Da liegt das Problem.
Kein Wort zur regionalen Ausdünnung bei vollmundigen Worten zur sicheren Flächendeckung. Auch im Durchschnitt?
Genauso, wie die Einkommen ja im Durchschnitt stimmen, nur eben für zwei Drittel nicht.
Daher bleibt das eine die Mehrheit verachtende Darstellung der Lage, die nur geeignet ist, der Politik die falschen Signale zu geben.
Wenn es Schwierigkeiten gibt, so sind sie selbst verursacht.
Soweit zum verpassten Sachteil.
Wer hindert denn die Verantwortlichen an wirksamer Präsenz in der Öffentlichkeit? Wer arbeit an der Verminderung des internen Drucks? Wer vermittelt an allen Stellen, dass "sie eben noch nicht so weit sind"?

Verkaufs/Vertretungs-Probleme sind weitgehend selbst induziert. Wer Frequenzabhängigkeit schafft, darf sich über den Rückgang ausserhalb der Zentren nicht wundern. Tut er es dennoch, so ist das einfach zynisch und frech. Die Krönung ist die Klage über die Personalengpässe. Da wird beklagt, was selbst verursacht ist. Wenn es nicht so ernst wäre, das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Es ist eine unglaubliche Arroganz, alle so für dumm zu verkaufen. Der Hauptgrund für diese Situation ist die seit zehn Jahren anhaltende Handlungsunfähigkeit.

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Hilfe !

von gabriela aures am 29.02.2016 um 21:43 Uhr

In Hüffenhardth klafft ein Riesenloch !

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Statistik

von Heiko Barz am 29.02.2016 um 12:33 Uhr

Vielleicht ist es nicht uninteressant, zu erfahren, in welchem Verhältnis die MonoApotheke zu den Apos steht, die sich in der Kombination mit mehreren FilialApotheken zeigen.
Und auf dem Gebiet der Nachfolger und Neueröffner hat doch die ABDA, Kollege Schmidt, die massiven Steine und Hürden selbst aufgebaut und der Staat hat diese Pressionen gern übernommen.
Damit wird die Bereitschaft zur Apothekenführung bei Übernahme und Neueröffnung nicht eben gefördert. Wer zu diesem Zweck die Apobetriebsordnung genau durcharbeitet, wird bei Lage der derzeitigen Gesundheitspolitik durch Kassen und Staat wohl kaum den Mut haben, in dieses Haifischbecken zu springen.
Die Rahmenbedingungen für all das haben unsere Verbände selbst vorangebracht und zu verantworten.

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