Das neue Jahr

Mein liebes Tagebuch

03.01.2016, 08:00 Uhr

Vorschau auf das neue Jahr (Foto: imagesab - Fotolia.com)

Vorschau auf das neue Jahr (Foto: imagesab - Fotolia.com)


Rückblicke hatten wir genug. Wir wagen eine Vorschau auf das neue Jahr. Und, ja, es gibt schöne Aussichten. Aber nicht nur. 

Januar

- Wird schon noch, liebe ABDA, nur nicht aufgeben: Irgendwann bist auch du ein ganz normaler e.V., auch wenn’s hier und da noch ein wenig hakt und das Amtsgericht zickt. Also, liebe ABDA-Juristen, strengt euch an, es lohnt sich, immerhin spart ihr 2,1 Millionen Euro Grunderwerbsteuer beim neuen Häusle.
- Das E-Health-Gesetz tritt in Kraft – und nichts passiert. Vorerst zumindest. Gaaaanz wenig E, viiiiel Papier. Es fehlt an schnellen Leitungen, an der Infrastruktur für richtige E-Health. Ach, mein liebes Tagebuch, ist schon lange her, dass Deutschland in Technik führend war.
- Die EU-Richtlinie zum Berufsbild muss bis zum 18. Januar in nationales Recht umgesetzt werden. Gesundheitsminister Gröhe hat die Vorschläge der Apotheker nicht aufgegriffen und auch die vom Bundesrat geforderte Erweiterungen des Apotheker-Berufsbildes abgelehnt. Streng genommen ist bei Gröhe nur der Apotheker ein Apotheker, der in seiner Apotheke herstellt, prüft, lagert, verkauft und ein bisschen berät. Apotheker in der Industrie, in der Hochschule, im Krankenhaus finden sich so gut wie nicht in Gröhes Berufsbild. Ein Unding! Das hätte man mal mit Ärzten machen sollen, mein liebes Tagebuch, was dann wohl los gewesen wäre…
- Schladming ruft! Vom 17. – 22. Januar 2016 treffen sich deutsche Apothekerinnen und Apotheker auf dem Fortbildungs- und Skikongress in den österreichischen Bergen. Und in seiner Begrüßungsrede wird der Präsident der Bundesapothekerkammer schöne Worte finden, warum wir nicht in den Medikationsplan eingebunden wurden, aber trotzdem nicht nachlassen dürfen, dem Perspektivpapier zu folgen und uns ein schönes Berufsbild zu malen. Hach, mein liebes Tagebuch, Worte, die in der Bergwelt verhallen…
- Ende Januar wird wieder ein Pharma-Dialog im Bundesgesundheitsministerium stattfinden. Da treffen sich Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesforschungsministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums mit Pharmazeuten und Wissenschaftlern. Unter anderem stehen die Auswirkungen des AMNOG und die Antibiotikaresistenzen auf der Agenda. Für uns Apothekers interessant: Das Thema Lieferengpässe soll angesprochen werden – ob’s was bringt?
- Der Druck auf die ABDA wächst in Sachen Datenbank und evidenzbasierter Beratung. Der Verein demokratischer Pharmazeuten schrieb einen Offenen Brief an ABDA-Präsident Schmidt. Man will wissen, wie es um dem Apothekertagsbeschluss steht, eine Datenbank mit evidenzbasierten Ergebnissen einzurichten, damit Offizinapotheker besser beraten können. Die ABDA scheint sich nämlich davor drücken zu wollen, warum auch immer. Eigentlich ein No Go. Mein liebes Tagebuch, wir werden sehen, wie ernst es unserer Berufsvertretung mit diesem Thema ist.  

Februar

- Vielleicht gibt es schon eine Entscheidung der Schiedsstelle zur Frage der Nullretaxationen? Werden Apotheken bei Formfehlern dann nicht mehr auf Null retaxiert? Lassen sich kleine Fehler des Arztes beim Ausstellen von Rezepten heilen? Der Vorsitzende der Schiedsstelle, Rainer Hess, ließ bereits durchblicken: Die Apotheker sollten nicht zu viel erwarten. Klingt nicht gut, mein liebes Tagebuch.
- Im Februar, vielleicht aber auch erst im März, werden wir wissen, welche Ökonomen sich ihre Köpfe über unser Honorar zerbrechen. Das Bundeswirtschaftsministerium wird einem von den drei Bewerbern den Zuschlag für das Projekt „Ermittlung der Erforderlichkeit und des Ausmaßes von Änderungen der in der Arzneimittelpreisverordnung geregelten Preise“ erteilen. Angesetzt ist das Forschungsprojekt auf 18 Monate ab Vertragsschluss. Es soll drei Zwischenberichte, einen Abschlussbericht und eine Kurzfassung geben. Der Abschlussbericht mit den Empfehlungen der Ökonomen wird frühestens im Sommer 2017 vorliegen, wenige Wochen vor der nächsten turnusmäßigen Bundestagswahl im Herbst 2017. Da kommt was auf uns zu!

März

- 1 Jahr „Pille danach“ ohne Rezept – und bisher keine Vaterschaftsklagen gegen Apotheken, keine eklatanten Verstöße. Irgendwie läuft das rund, liebe Frauenärzte. Was aber auf Apotheken zukommen könnte: Tests von Stiftung Warentest, NDR Markt und Co.: Wie beraten Apotheken ein Jahr danach? Also, aufgepasst!
Fortbildung intensiv: Die Interpharm lädt ein zum großen Fortbildungskongress am 18. und 19. März in Berlin, in diesem Jahr im City Cube Berlin!

April

- Voraussichtlich wird das Antikorruptionsgesetz im März oder im April in Kraft treten. Ja, und dann mein liebes Tagebuch? Wissen wir dann schon, ob Skonti und Rabatte als Korruption zählen? Was ist mit Naturalrabatten? Was zählt überhaupt als Bestechung und was ist noch im Rahmen? Werden uns die Gerichte die Gummiparagrafen erklären müssen?
- Das Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbands (DAV) wird uns am 27. und 28. April 2016 in Berlin die aktuellen und offiziellen betriebswirtschaftlichen Zahlen präsentieren zur Lage der deutsche Apotheke. Mein liebes Tagebuch, ein Trend ist schon heute abzulesen: Den kleinen Apotheken geht es immer schlechter, die großen kommen ganz gut über die Runden. Und der DAV wird seine Wunden lecken, was man alles forderte und nicht bekommen hat. Und wie sieht’s mit einer Strategie aus für die nächsten Jahre? Wird man ein eigenes Gutachten zum Apothekenhonorar auf den Weg bringen?

Mai

- Mein liebes Tagebuch, wo wird man wohl das ABDA-Sommerfest in diesem Jahr feiern? Vielleicht wie schon im letzten Jahr wieder in einer Kirche? Oder auf einem Spree-Dampfer nach dem Motto: Liebe Politiker, kommt zu uns ins Boot? Und welche Politiker werden dieses Mal nicht kommen?
- Lernen in Südtirols Bergwelt: Die Bundesapothekerkammer hält vom 22. bis 27. Mai ihren Fortbildungskongress im Kurstädtchen Meran ab. Und am berufspolitischen Nachmittag des Kongresses wird der Apothekerbasis die Apotheker-Misere erklärt. Ach ja, immer wieder ein Highlight.

Juni

- Es ist fertig! Das neue Berufsbild des Apothekers! Ja, das Bild, das wir im November des letzten Jahres online mitdiskutieren durften. Im Juni wird es die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer verabschieden. Und, mein liebes Tagebuch, was werden wir davon haben? Unser Gesundheitsminister hat sich bereits im Januar sein Bild gemacht – und das sieht irgendwie vollkommen anders aus. Also, was machen wir mit unserem Bild? Auf jeden Fall uns darüber freuen! Fein!
- Freuen tun wir uns auch über unseren Tag der Apotheke: 7. Juni. In den letzten Jahren hat den zwar kaum einer außer der ABDA mitbekommen. Aber das soll sich in diesem Jahr ändern. Er soll besser kommuniziert (und vielleicht ein bisschen politischer?) werden. Warten wir’s ab.

Juli

- Endlich Sommer! Zeit für eine kleine Halbjahresbilanz unserer Berufsvertretung e.V.? Was hat man im ersten Halbjahr erreicht? Was nicht? Wie steht es um die Nullretaxationen, was läuft bei den Lieferengpässen? Ist eine Datenbank zur evidenzbasierten Beratung auf den Weg gebracht?

August

- Irgendwann in diesem Jahr wollte unsere Bundesregierung eine Cannabisagentur einrichten. Ob sie ihre Arbeit schon aufgenommen hat? Wann werden auch Apotheken Cannabis auf Rezept  abgeben?

September

- Die Vorbereitungen für den Deutschen Apothekertag laufen auf Hochtouren. Die Anträge der Kammern, der Verbände und von einzelnen Aktiven laufen ein. By this way, was wurde eigentlich aus all den schönen Anträgen des letzten Jahres? Wie ist der Stand der Bearbeitung? Nachdem man sich auf dem letzten Apothekertag erfolgreich gegen eine übersichtliche Datenbank zur Wehr gesetzt hatte, die den Stand der Antragsbearbeitung hätte zeigen sollen, wird man in diesem Jahr mal umso mehr nachfragen. Und vielleicht nochmal einen Antrag stellen, eine Datenbank einzurichten!

Oktober

- Ab 1. Oktober geht’s los! Der Medikationsplan ist da – auf Papier. Versicherte, die mehr als drei Arzneimittel verordnet bekommen, haben Anspruch auf einen Medikationsplan, den aber nur der  Hausarzt erstellt, nicht wir Apothekers. Wir dürfen nur ergänzen, ausbügeln, korrigieren, erklären – ohne Honorar, denn diese Arbeit ist doch schon in unseren 8,35 Euro abzüglich Kassenabschlag drin, meint Gröhe.
- Deutscher Apothekertag vom 12. bis 14. Oktober in München – schon heute darf geraten werden, welches Motto er sich in diesem Jahr geben wird. Irgendetwas mit Apotheke und Zukunft? Tja, mein liebes Tagebuch, wo liegt die eigentlich, die Zukunft für Apotheker? Vielleicht werden es uns die Politiker sagen, die in diesem Jahr nach München strömen werden, gell? Noch ein Jahr bis zur Wahl! Oder werden sie auch in diesem Jahr freundlich absagen? Na, dann wissen wir auch, wo unsere Zukunft liegt.

November

- Mein liebes Tagebuch, so langsam können wir uns auf den Jahresabschluss vorbereiten. Wir werden uns an Datenbanken erinnern, die es nicht gibt. Wir werden uns fragen, was die IT-Gruppe der ABDA in diesem Jahr auf die Beine gestellt hat und welche zukunftsweisenden Projekte angestoßen wurden. Und welche Honorarerhöhungen es gegeben hat.

Dezember

- Mein liebes Tagebuch, jetzt wollen wir mal ganz euphorisch sein und positiv denken: Am Ende des Jahres 2016 wird unsere Berufsvertretung ein überwältigendes Ergebnis vorlegen. Also, für ein BtM-Rezept wird es weit mehr als nur 26 Cent geben (vielleicht 100 Prozent mehr! 52 Cent? Wow!) und Rezepturen werden weiterhin zwar als Zuschussgeschäft hergestellt, aber wir dürfen dafür stolze 8,35 Euro abzüglich Kassenabschlag abrechnen. Ob’s so kommt? Und währenddessen tüfteln Ökonomen still und leise über die Ausgestaltung unseres neuen Honorarsystems. Ansonsten wird uns unsere liebe ABDA e.V. mitnehmen in die neue Welt der IT, der Apps, der Datenbanken, eines Intranets.  

Was auch immer auf Apotheken zukommen wird, mein liebes Tagebuch: Schöne Aussichten auf 2016. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes neues Jahr!


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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Rückblick auf das Jahr 2016

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12 Kommentare

Tagebuch

von Heiko Barz am 04.01.2016 um 1:00 Uhr

Deine Auflistung kommender Ereinisse, liebes Tagebuch, liest sich bei genauer Betrachtung wie eine dramatisch konstruktive Null. Das ist dann sehr ernüchternd und bedauerlich. Zu den angesprochenen Problemen gebe ich noch ein ganz wichtiges hinzu:
Wann beginnt endlich die Diskussion über die fällige Reduzierung unserer aller Beiträge, die immer noch am Umsatz festgemacht werden? Wir wissen doch, dass diese durch stark veränderte Preisumstände unrealistischen Zahlen dringend einer Korrektur bedürfen!
Gipfeln aber wird das Ganze zum Schluß des nächsten Apothekertages, wenn dann die Kollegen entmutigt und verzweifelt fragen:
....the same procedure as last year, Mr. Friedemann ...
....the same prodedure aus every year, You silly apothekers!...
Schöne Grüße an Dich, liebes Tagebuch, und hoffentlich weitere aufrüttelnde Wochenansichten.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Beitragbemessung

von Stavenhagen-Neumann am 04.01.2016 um 19:51 Uhr

Schon vor vielen, vielen Jahren habe ich Herrn Dr. Schulte-Löbbert von der AK Nordrhein gefragt, warum der Beitrag nicht am Gewinn festgemacht wird. Zumal Apotheken mit viel Sprechstundenbedarf , Zytostatika,Hochpreisern o.ä. zwar viel Umsatz machen, aber nicht den adäquaten Gewinn.
Lapidare Antwort: dann würden die Apotheker ihren Gewinn kleinrechnen und Arbeitsverträge mit sämtlichen Verwandten abschließen. Darauf ich: wenns alle machen, gleicht es sich wieder aus. Wieso hat man eigentlich immer das Gefühl, bei Diskussionen mit Apothekerorganisationen gegen eine Wand anzurennen?! :-((

AW: Beitragsbemessung, von Stavenhagen- Neumann

von Heiko Barz am 05.01.2016 um 0:57 Uhr

Wie gelassen wir diese Übervorteilung ertragen ist das Ergebnis einer devoten Tolleranz der ABDA gegenüber. Seit 1965 verfolge ich dieses Bewertungssystem. Mittlerweile sind es in meiner Lebensarbeitszeit fast drei Generationen Apotheker, die diesen Zustand klaglos über sich ergehen lassen. Die Kollegen wachsen beim Eintritt als Funktionäre der ABDA kompromisslos in die gleichen Muster hinein. Vielleicht aber ist es die Bereitschaft die Finanzfunktionen Eins zu Eins zu übernehmen, um überhaupt ABDA Funktionär zu werden. Aber die Herrschaften brauchen doch erhebliche Geldmengen für ihren Prunkpalast.
Dabei tut sich ein völlig neues Geldproblem auf. Sollte ABDA e.V. mal Insolvenz anmelden, werden dann die erzielten Verkaufserlöse unter den Vereinmittgliedern gerecht aufgeteilt, denn immerhin gehören wir als kleine Apos mit dazu?
Aber ich nehme mal an, da wird unsere Führung in den Statuten schon "Etwas vorbereitet"haben. Da bin ich mir ganz sicher.

Jemand ze hage.....?

von Gunnar Müller, Detmold am 03.01.2016 um 17:37 Uhr

...... möchte man - trotz gut recherchiertem Ausblick. Danke, Herr Ditzel! - in die noch gar nicht so lange Zeit zurückliegende illustre und vor allem: kommentier-freudige Runde fragen.
Woran mag's liegen?
Am Ende der Feiertagswochen?
Am neu-gestalteten Äußeren von daz-online?
Am berechtigten Frust über das zurückliegende Jahr?
Am voraussehbaren Frust über das vor uns liegende?
Egal.
Wenn das vor uns liegende Jahr besser werden soll als das letzte und das vorletzte und das vorvorletzte...., dann liegt das natürlich wieder einmal und zu allererst an jeder Einzelnen und jedem Einzelnen von uns selber (das gute alte Nasenprinzip).
Und deshalb bin ich mir sicher, dass das Neue Jahr auch vier Jahre nach 'apothekerprotest.de' - in denen nicht gerade wenig aber immer noch zu wenig im Berufsstand passiert ist - wieder einige Überraschungen bereit halten wird!
Highlight des abgelaufenen Jahres: Kossendey is back!
Prima. Mehr davon. Mehrere davon......
Denn: WIR sind die Apotheker! Und was wir leisten, das soll uns erst 'mal jemand nachmachen!
Trotz ABDA. Im Mendelssohn-Palais oder anderswo teuer ansässig. Zur Miete oder gekauft. Ob als e. V. oder nicht.........

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Wunschdenken

von Frank ebert am 03.01.2016 um 13:18 Uhr

Dezember 2016: Merkel weg, Gauck weg und Schmidt weg---ein Traum !

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Perspektivlos

von Reinhard Rodiger am 03.01.2016 um 12:01 Uhr

Das ist eine Vorschau ,der alles fehlt ,was Hoffnung durch Mitspielenwollen ermöglicht. Nirgends ist von Handlungen die Rede, die davon zeugen, dass die Notwendigkeiten überhaupt erkannt werden. Es wird nur aktiv gewartet.Bis andere über uns entscheiden.Zaghafte Impulse zur Verbesserung der Handlungsgrundlage werden ausgebremst, die Relevanz von know how vielleicht sogar erkannt, jedoch auf politisch nicht gewolltes Tun begrenzt.Unwidersprochen wird die Verstümmelung des Berufs bleiben und die Schätze wirksamer Mitsprache bleiben ungehoben.Die Öffentlichkeit wird nicht gesucht,um anhand drastischer Fälle die Absurditäten des Systems transparent zu machen.Demontierende Arzneimittelexperten werden hofiert und deren abwertende aber eben politisch meinungsbildende Wirkung gefördert.Die kraftvollen Vorschläge der Machtmissbraucher bleiben weiterhin ohne Gegenrede.Zur wirtschaftlich differenzierten Betrachtung der Betriebe und der Entkomplizierung wird weiter geschwiegen.Ebenso wird die Interpretation der Marktgegebenheiten dauerhaft unberücksichtigt und dritten überlassen.Eine Wertedebatte über Notwendigkeit und Preis individualisierter Therapie wird vermieden. Nur die Strategie 60% zu eliminieren wird konsequent verfolgt. Dann wird alles so richtig einfach.

In neuem Ambiente wird das sicher schon beflügelt aufgearbeitet und wir werden von dem Biß, der Offensivkraft,dem erfolgreichen Kampf um die Glaubwürdigkeit so überrascht, dass es keinen Stoff mehr zu kritischen Bemerkungen gibt.Utopien sind ja nicht verboten.

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Guten Morgen , meine Lieben !

von gabriela aures am 03.01.2016 um 11:26 Uhr

Im Gegensatz zu den KollegInnen Österreich alimentieren wir
eine Standesvertretung , die technisch im Zeitalter des Wählscheibentelefons stehen geblieben ist.
Es gibt eine Facebook- Seite, die die Menschheit mit brandheißen Infos versorgt , z.B die Höhe des NNF - okay, die Aussagen dazu waren falsch (..."der Auszahlungsbetrag steigt" ) oder sind völlig kontraproduktiv nächtens an der Klappe ( was, nochmal 2,50 € ? Ihr bekommt doch schon 261 € für die Nacht !) .
Aber nachdem sie selber für sich gut sorgen kann (rein ehrenamtlich natürlich!), gibt es doch keinen Grund zur Klage, oder ?
Fazit : Alles richtig gemacht . Was soll also dieses ewige Gemeckere ?
Weitere oder zusätzliche Forderungen wie Datenbanken zur Evidenz oder ein eigenes Gutachten standen niemals in der "Stellenbeschreibung für StandesvertreterInnen" - warum also hier tätig werden ?

Der "Tag der Apotheke" hat eine ähnliche Strahlkraft wie der "Tag der Jogginghose" und es hätte mich nicht gewundert, wenn der "versehentlich" auf einen Sonntag gefallen wäre.
"Man" könnte ja 7. Juni bundesweit die Buden schließen und zur Versammlung in Berlin aufrufen ? So wie die Gewerkschaften zum 1. Mai - DAS wäre ein Signal, über das auch die Medien berichten würden.
Da kommt sicher wieder das Argument : nein, das wirft ein schlechtes Bild auf die Apotheken - das gibt schlechte Presse.
Gegenfrage: was haben wir denn zu verlieren ?
Haben wir denn jetzt gute Presse ? Irgendein Magazin, ob Print, ob Fernsehen, das positiv über Apotheken berichtet ?

Highlight des ABDA - Jahres wird sicher der termingerechte Baubeginn für das neue Apothekerhaus. Und das muß reichen !
Mehr sollten wir nicht erwarten.


» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Sollten ...

von gabriela aures am 03.01.2016 um 12:00 Uhr

... einige StandesvertreterInnen obiger Einschätzung widersprechen:
Es gibt sicher Ausnahmen, die aber im Korps der 17+17 in der Minderheit sind.Das zu ändern liegt nicht in der Hand der sog. "Basis", bzw. nur alle paar Jahre, wenn Wahlen sind.

AW: Sollten ...

von gabriela aures am 03.01.2016 um 12:00 Uhr

... einige StandesvertreterInnen obiger Einschätzung widersprechen:
Es gibt sicher Ausnahmen, die aber im Korps der 17+17 in der Minderheit sind.Das zu ändern liegt nicht in der Hand der sog. "Basis", bzw. nur alle paar Jahre, wenn Wahlen sind.

Neujahrsgedanken

von Rüdiger Döhring am 03.01.2016 um 9:55 Uhr

Guten Morgen,
Hier möchte ich mal im Angesicht der Beitragserhöhungen und den Kampf um die Verteilung der Beiträge mal über Geld schreiben. Dazu ein Fall, wie er mir zu Ohren kam:
Krankenhaus, Endbindungsstation. Drei Hebammen teilen sich den "rund um die Uhr" Dienst. Es fällt so viel Arbeit an, dass viel Überstunden geleistet werden, die nicht abgefeiert werden können. Ob der regulärer Urlaub möglich war, weiß ich nicht. Jedenfalls las ich in der Zeitung vom überraschenden Tod einer der drei, Alter Mitte 40.
Die Betreffende war, wie ich hörte, fix und fertig, wurde immer schwächer, dazu kam dann noch eine Infektion. Gleichwohl keine Krankmeldung, ob aus Pflichtbewusstsein oder auf Druck, weiß ich nicht. Letztlich starb die Hebamme. Die Säuglingsabteilung wurde geschlossen.
Wie ist es möglich, dass kein Geld im Gesundheitswesen für die Mitarbeiter vorhanden ist? Wieso wird Geld an Aktionäre in Form von Dividenen verschleudert? Wie kann ein Mensch an Überarbeitung sterben? Wo ist die Verantwortung des Arbeitgebers? Wieso ermittelt kein Staatsanwalt? Die ewige Fixierung auf Kosten und Ertrag ist unerhört und entmenschlicht. Der Mitarbeiter ist zum ausgebeuteten Sklaven geworden, der den Zielen der KK und der Politik (für mich die eigentlich Verantwortlichen) zu dienen hat.
Ein Mensch stirbt als Mitarbeiter am Krankenhaus, umgeben von Ärzten, ohne Unterstützung des Arbeitgebers und Kollegen am Sparzwang.
Es wird Zeit, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Weder für Werbung der KK, noch für Dividenden oder Konzerne. Die künstliche Begrenzung der Beiträge muss fallen für menschliche und auskömmliche Arbeitsbedingungen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Geld im Gesundheitswesen

von Reinhard Rodiger am 03.01.2016 um 11:12 Uhr

Warum fehlt Geld ? Die Antwort ist: Gesundheit wird als Ware betrachtet und unterliegt damit den kapitalistischen Handlungsgesetzen.Gewinn muss gemacht und an Unbeteiligte verteilt werden- von Kapitalgesellschaften.Leistungen ohne Gewinnaussicht werden gedrosselt-unabhängig von ihrer Notwendigkeit.
Besonders intensiv sind die Leistungen der Personengesellschaften betroffen, da jeder Gewinn sofort als persönliches Einkommen betrachtet wird und damit schnell kürzbar ist.Niemand stellt die Frage ,was notwendig aber unterfinanziert ist.Die KK missbrauchen ihre Macht-politisch gestützt..Wirksame Kontrolle gibt es nicht.Sonst gäbe es keine Pressepreise der AOK und undurchsichtige Firmengeflechte,keine Erpressung der Leistungserbringer usw. Sie haben Recht , der Mitteleinsatz muss überprüft werden,doch wichtiger ist eine neue Wertedebatte und die Begrenzung des Machtmissbrauchs der KK .

AW: Als Antwort...

von gabriela aures am 03.01.2016 um 11:51 Uhr

..bzw. Ergänzung zu Herrn Rodiger :

Es ist doch seit Jahren klar :
immer mehr Menschen leben länger - mit und wegen den Möglichkeiten der medikamentösen Therapie .
Und das soll aber immer weniger kosten .
Daß das nicht funktionieren kann, ist doch sonnenklar.
Nur würde eine ehrliche Reform und eine entsprechende Änderung unseres Gesundheitssystemes die (Wieder)Wahl gefährden, also wurstelt sich jede Regierung so gut es eben noch geht durch die "Gesundheitspolitik" - ohne Sinn, Verstand und Interesse für die Zukunft.
Und die Berufsgruppe, die (genetisch bedingt) niemals aufbegehren wird( auf jeden Fall nicht mit dieser Standesvertretung) , sind nunmal die ApothekerInnen.


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