BZgA und RKI empfehlen Impfung

Der Grippe zuvorkommen!

Berlin - 15.09.2015, 09:00 Uhr

Zeit für die Grippeimpfung: BZgA und RKI starten ihre gemeinsame Kampagne. (Screen: impfen-info.de/grippe)

Zeit für die Grippeimpfung: BZgA und RKI starten ihre gemeinsame Kampagne. (Screen: impfen-info.de/grippe)


Angesichts der bevorstehenden Grippesaison rufen das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auch in diesem Jahr zur Grippeimpfung auf: „Die Impfung ist eine wichtige und sichere Schutzmöglichkeit, auch wenn ihre Wirksamkeit schwanken kann“, betont RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Deutschland sei von der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Impfquote weit entfernt. Die neu aufgelegte Kampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“ soll bestehende Wissens- und Impflücken schließen.

Die WHO fordert für die Risikogruppen eine Grippe-Impfquote von mindestens 75 Prozent. Davon sei Deutschland weit entfernt, konstatiert das RKI unter Verweis auf seinen neuen Influenzasaisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Er wird jährlich im September – vor Beginn des optimalen Impfzeitraums Oktober bis November – veröffentlicht. Danach lag die Influenza-Impfquote bei Personen über 60 Jahren in 2012/13 bei 50 Prozent und in 2013/14 bei 49 Prozent. Bei chronisch Kranken im Alter von 18-59 Jahren waren lediglich 24 bzw. 23 Prozent geimpft. In der Saison 2014/15 gab es den Hochrechnungen zufolge rund 6,2 Millionen grippebedingte Arztbesuche. Etwa 31.000 Patienten kamen ins Krankenhaus.

Wissens- und Impflücken schließen

Als Gründe für den Verzicht auf eine Grippe-Impfung wurde am häufigsten Misstrauen in die Impfung sowie die Annahme, dass die Erkrankung nicht gefährlich sei, genannt. Etwa die Hälfte der Risikopersonen (≥60 Jahre und/oder chronisch krank) war bei der Umfrage außerdem der Meinung, dass die Influenza-Impfung eine Erkrankung verursachen kann. Das sei aber tatsächlich nicht der Fall, erklärt das RKI. Diese und weitere Wissens- sowie Impflücken soll die gemeinsame Kampagne von BZgA und RKI schließen: In neuem Design richten sich die Informations- und Aufklärungsangebote im Print- und Online-Bereich gezielt an die Risikogruppen einer Grippeinfektion.

„Der wichtigste Ansprechpartner bei der Impfaufklärung ist das medizinische Personal“, unterstreicht BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss in der gemeinsame Mitteilung von BZgA und RKI. Daher habe man im Rahmen einer bundesweiten Aussendeaktion Medienpakete zur Grippeimpfung „an die wichtigsten Multiplikatoren“ verschickt – auch die Apotheken. Sie erhielten, berichtet eine BZgA-Sprecherin gegenüber DAZ.online, von der ABDA per Fax eine Liste mit den bestellbaren Materialien. Diese und weitere Informationen rund um die Grippeimpfung stehen außerdem auf www.impfen-info.de/grippe zum Download sowie zur kostenlosen Bestellung bereit.

Fünf Tipps für den Alltag

Allerdings sollte unabhängig vom Impfstatus beim Auftreten von akuten Atemwegssymptomen während einer Grippewelle auch eine Influenzaerkrankung in Betracht gezogen werden, raten die beiden Kampagnenpartner. Insbesondere Menschen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheits­verlauf sollten frühzeitig ihren Hausarzt zu Rate ziehen, damit auch die Gabe antiviraler Arzneimittel erwogen werden könne. Weitere Informationen zu einfachen Hygienetipps, die dabei helfen, das Ansteckungsrisiko zu verringern, gibt es auf der Internetseite www.infektionsschutz.de. Zu ihnen zählen:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife
  • Husten und Niesen in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch
  • Abstand halten zu erkrankten Personen
  • regelmäßiges Lüften von Räumen
  • im Krankheitsfall zu Hause bleiben und sich auskurieren.

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