DAZ.online-Umfrage zu Nullretax

Wenig Hoffnung auf die Schiedsstelle

Berlin - 11.09.2015, 16:30 Uhr

Alles in Ordnung auf dem Rezept? Sonst könnte eine Absetzung drohen. (Foto: Sket)

Alles in Ordnung auf dem Rezept? Sonst könnte eine Absetzung drohen. (Foto: Sket)


Nullretaxationen wegen kleiner Formalia sollen durch eine Regelung im Rahmenvertrag bald der Vergangenheit angehören. Da sich die Rahmenvertragspartner allerdings auf keine Reglung einigen konnten, ist nun die Schiedsstelle am Zug. Unsere Umfrage der Woche zeigt allerdings: Die Hoffnung, dass der anstehende Schiedsspruch für die Apotheken günstig ausfällt, ist unter den Apothekern gering. Mehr als die Hälfte unserer Umfrageteilnehmer sieht den Gesetzgeber gefordert.

Die Gespräche zwischen DAV und GKV-Spitzenverband zu einer Regelung im Rahmenvertrag, welche Formfehler nicht zu (Null-)Retaxationen führen sollen, sind diese Woche gescheitert. Nun will der DAV die Schiedsstelle anrufen. Wir wollten von Ihnen wissen, welchen Ausgang des Schiedsverfahrens Sie erwarten.

Die meisten der 191 Umfrageteilnehmer (56 %) entschieden sich für die Antwort: „Der Vorgang zeigt deutlich, dass die Kassen nicht mehr an partnerschaftlichen Regelungen interessiert sind, sondern nur noch ihre eigenen Interessen rigoros durchzusetzen versuchen. Es wird höchste Zeit, dass der Gesetzgeber hier eingreift.“

Und auch die am zweithäufigsten gewählte Antwort zeigt, dass die Erwartungen minimal sind: 24 Prozent meinen, egal wie die Schiedsstelle entscheidet, die Kassen würden auch weiterhin einen Weg finden, zu retaxieren.

Neun Prozent erklärten, in Schiedsverfahren sei man wie auf hoher See „in Gottes Hand“. Es sei daher unmöglich vorherzusagen, wie die Schiedsstelle entscheiden wird. Nur fünf Prozent glauben an den Sachverstand in der Schiedsstelle – und sind sich sicher, dass diese einen Weg finden wird, Apotheker besser vor willkürlichen Retaxationen zu schützen.  Etwa ebenso viele Umfrageteilnehmer wählten dei Antwort, die Schiedsstelle werde nicht im Sinne der Apotheken entscheiden. Die Macht des GKV-Spitzenverbandes sei nicht zu unterschätzen.


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