Westfalen-Lippe

Immer weniger selbstständige Apothekenleiter

Berlin - 07.09.2015, 17:15 Uhr

Klaus Michels stellt nochmals klar: Das Apothekenhonorar muss regelmäßig auf den Prüfstand. (Foto: AVWL)

Klaus Michels stellt nochmals klar: Das Apothekenhonorar muss regelmäßig auf den Prüfstand. (Foto: AVWL)


Die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe ist im neunten Jahr rückläufig. Zugleich gibt es immer mehr Filialen. Diese Entwicklung ist auch bundesweit zu beobachten. Darauf weist der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) erneut hin. Das Problem: Apotheken fehlt die langfristige Perspektive.

Von den nur noch 2.040 Apotheken Ende 2014 (Vorjahr: 2.077) wurden bereits 425 (410) als Filialen betrieben. Jede fünfte Apotheke ist damit die Filialapotheke einer Hauptapotheke. Und: Es gibt nur noch 1.595 selbstständige Apothekenleiter in Westfalen-Lippe, im Jahr 2000 waren es noch 2.256.

Wie der AVWL weiter mitteilt, betrug der Umsatz der westfälischen Apotheke im Jahr 2014 im Durchschnitt 1,857 (1,778) Millionen Euro. Nach Wareneinsatz, Personal- und Betriebskosten blieb ein Betriebsergebnis vor Steuern von 125.000 (123.000) Euro. Die meisten Apotheken erreichten diese Zahlen aber nicht, betont der Verband. Der Durchschnitt ergebe sich aus der erheblichen Spreizung von Apothekenbetriebstypen.

Apothekenhonorar jährlich überprüfen

AVWL-Vorsitzender Klaus Michels betont angesichts dieser Zahlen: „Eine flächendeckende und hochwertige Versorgung braucht angemessene wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Für Apotheker gibt es im Gegensatz zu den anderen Heilberufen keine Regeln für eine regelmäßige Überprüfung der angemessenen Vergütung. Sie laufen deshalb Gefahr, mit Kostensteigerungen allein gelassen und von der allgemein positiven Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt zu werden“.

Die Forderung des AVWL ist daher klar: Kostenentwicklungen müssten zeitnah ihren Niederschlag im Apothekerhonorar finden, eine jährliche Überprüfung ist bei anderen Leistungserbringern eine Selbstverständlichkeit. Michels: „Sonst wird es auch immer schwieriger, Berufe in der Apotheke auch finanziell für den Nachwuchs interessant zu machen. Zwei Drittel der Apothekenleiter in Westfalen-Lippe sind 50 Jahre und älter.“

Nicht zuletzt verweist Michels darauf, dass auf Apotheken neue Aufgaben zukommen. Stichworte sind hier die demografische Entwicklung und die zunehmende Polymedikation.


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