„Genauso. Nur günstiger.“

VAD startet Kampagne pro Importe

Berlin - 02.09.2015, 15:25 Uhr

Eines von drei Plakatmotiven, die derzeit unter anderem im Berliner Regierungsviertel zu sehen sind. (Bild: VAD)

Eines von drei Plakatmotiven, die derzeit unter anderem im Berliner Regierungsviertel zu sehen sind. (Bild: VAD)


Arzneimittelimporteure waren in der letzten Zeit wiederholt dem Vorwurf ausgesetzt, Einfallstor für Arzneimittelfälschungen zu sein. Immer wieder wies der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) dies zurück. Im Gegenteil: Die Importeure seien es, die die Fälschungen aufdeckten. Jetzt hat der VAD eine Kampagne gestartet, die neben der Politik auch die Öffentlichkeit von den Vorzügen der importierten Arzneien überzeugen soll.

Unter dem Motto „Genauso. Nur günstiger“ wirbt der VAD nun für die Produkte seiner Mitglieder. Die Kampagne soll auf die Gleichwertigkeit und die Kostenvorteile von Import-Arzneimitteln hinweisen. In Zeiten sinkender Kassen-Reserven und steigender Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel seien Import-Arzneimittel ein bewährtes Instrument, Qualität und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen sicherzustellen, erklärt der Verband.

Kernelement der Kampagne sind drei unterschiedliche Bildmotive, die im September bis zum 5. Oktober auf Plakatflächen im Zentrum Berlins, insbesondere im Regierungsviertel, aber auch am Flughafen Tegel, zu sehen sind. Die Botschaft des VAD: Aus der EU importierte Arzneimittel sind gleichwertig zu den Originalpräparaten. Es gibt keinen Unterschied – außer dem günstigeren Preis.

Importförderung in der Kritik

Diesen Vorteil nutzt das deutsche Gesundheitssystem seit Jahren – Apotheker wissen dies zu genüge. Das Gesetz verpflichtet sie bekanntlich, Importe abzugeben, wenn diese 15 Prozent bzw. 15 Euro günstiger sind als ihr Bezugspräparat. Doch nach den Fälschungsskandalen der letzten Zeit, wurden immer wieder Stimmen laut, die gesetzliche Importförderung aufzugeben.

Der Deutsche Apothekerverband erhob die Forderung zum Deutschen Apothekertag 2014. Auch der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, Karl Broich, betonte wiederholt, dass er nichts von einer Quote hält. Sogar unter den Kassenchefs des Landes gibt es Quoten-Kritiker: Die seitens der Importeure angeführten Einsparungen beeindrucken selbst Christopher Hermann von der AOK Baden-Württemberg nicht.

Auch wenn aus der Politik bislang keine Signale kommen, die Importförderung aufzugeben – der VAD bringt sich mit seiner Kampagne klar in Stellung. Beharrlich verweist er auf die direkten Einsparungen, die bei jährlich über 240 Millionen Euro lägen. Berücksichtige man zusätzlich den indirekt wirkenden preisdämpfenden Wettbewerbseffekt betrage das Sparpotenzial sogar drei Milliarden Euro.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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