Ebola

rVSV-ZEBOV-Impfstoff zu 100 Prozent wirksam

Remagen - 07.08.2015, 08:45 Uhr

Impfstoffstudien gegen das Ebola-Virus verlaufen vielversprechend. (Bild: psdesign1/Fotolia)

Impfstoffstudien gegen das Ebola-Virus verlaufen vielversprechend. (Bild: psdesign1/Fotolia)


Nach einer Analyse von vorläufigen Daten aus einer Cluster-randomisierten Phase 3 Studie in Guinea hat der Ebola Impfstoff-Kandidat rVSV-ZEBOV nach einer einmaligen Impfdosis eine hundertprozentige Wirksamkeit gezeigt. Alle geimpften Personen waren innerhalb von sechs bis zehn Tagen nach der Impfung gegen eine Ebola-Virus-Infektion geschützt. Diese vorläufigen Schlussfolgerungen aus der Studie, die fortgesetzt wird, wurden online in „The Lancet“ veröffentlicht.

Die innovative Studie mit der Bezeichnung „Ebola ça Suffit“ („Ebola, es reicht“) wird von einem Team aus Forschern, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem norwegischen Institut für Public Health, dem Gesundheitsministerium von Guinea und Ärzte ohne Grenzen, durchgeführt.

Besondere Methode der Ringimpfung

In einem Vorwort zu der Publikation im Lancet wird sie als „bemerkenswerte wissenschaftliche und logistische Leistung“ tituliert. Die Studie verwendet die Technik der „Ringimpfung“. Bei dieser Methode werden Personen mit einer neuen Ebola-Diagnose identifiziert und dann ihre Kontakte und deren Kontakte innerhalb weniger Tage zurückverfolgt, um die betreffenden Personen zu impfen. Familien und Freunde in vielen kleinen und verstreuten Gemeinden in den am stärksten betroffenen Regionen des Landes halfen dabei mit, die oft komplexen Cluster an Kontakten zu ermitteln. Niemals vorher wurde eine Studie dieser Größenordnung in dem Land durchgeführt, heißt es im Lancet.

Zwischen dem 1. April und dem 20. Juli 2015 wurden 90 Cluster mit einer Gesamt-Population von 7651 Menschen in die geplante Zwischenauswertung eingeschlossen und nach dem Zufallsprinzip entweder einer sofortigen oder einer verzögerten Impfung (nach 21 Tagen) zugewiesen. Tatsächlich wurden rund 3500 Kontakt-Personen geimpft. In der Gruppe mit der sofortigen Impfung gab es keine Fälle von Ebola-Erkrankungen mit einem Auftreten von Symptomen frühestens zehn Tage nach der Randomisierung (Inkubationszeit des Ebola-Virus beziehungsweise vermuteter Wirkeintritt der Impfung). In der Gruppe mit der verzögerten Impfung traten dagegen 16 Ebola-Fälle auf. Dies belegt nach Interpretation der Autoren eine hundertprozentige Wirksamkeit des Impfstoffs. Sechs Tage nach der Impfung wurden in keiner der beiden Gruppen neue Fälle von Ebola-Erkrankungen diagnostiziert.

Impfstoff aus Kanada

Der rVSV-ZEBOV-Impfstoff wurde ursprünglich mit Unterstützung der Public Health Agency of Canada entwickelt und an die NewLink Genetics Corporation auslizenziert. Ende 2014, als der aktuelle Ebola-Ausbruch sich in seiner schwersten Phase befand, erwarb Merck eine Lizenz für den Impfstoff von NewLink Genetics, um dessen Erforschung zu beschleunigen. Seitdem läuft ein breites Entwicklungsprogramm, zu dem auch die „Ebola ça Suffit“ -Studie gehört. Weitere Studien mit dem Impfstoff, darunter die Phase 3 STRIVE-Studie (Sierra Leone Trial to Introduce a Vaccine against Ebola) und die Phase 2 PREVAIL-Studie (Partnership for Research on Ebola Vaccines in Liberia) werden in Sierra Leone und in Liberia durchgeführt.

 

Quelle: Henao-Restrepo AM et al.. Efficacy and effectiveness of an rVSV-vectored vaccine expressing Ebola surface glycoprotein: interim results from the Guinea ring vaccination cluster-randomised trial. The Lancet.


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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