Erstes Geschäftshalbjahr 2015

Boehringer freut sich über Innovationen

Berlin - 04.08.2015, 15:15 Uhr

Boehringer: Auch ohne den deutschen Markt läuft es im Diabetesgeschäft gut. (Foto: Boehringer Ingelheim)

Boehringer: Auch ohne den deutschen Markt läuft es im Diabetesgeschäft gut. (Foto: Boehringer Ingelheim)


Boehringer Ingelheim ist im ersten Halbjahr 2015 leicht gewachsen. Wie das Pharmaunternehmen mitteilt, haben sich besonders die Bereiche Selbstmedikation und Tiergesundheit gut entwickelt. Der Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente – das größte Geschäftsfeld von Boehringer – blieb stabil.

Der Umsatz stieg über alle Geschäftsgebiete hinweg betrachtet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um rund zwei Prozent auf etwa 7,4 Milliarden Euro an. Unbereinigt habe das Wachstum sogar bei 13 Prozent gelegen, so das Unternehmen. Die relative Schwäche des Euros im Vergleich zu den meisten Währungen habe bei der Umrechnung zu dieser sehr positiven Entwicklung geführt.

Pradaxa-Antidot und erste Onkologika

Im ersten Halbjahr 2015 freute sich Boehringer über mehrere Einreichungen und Zulassungen für neue Medikamente. So wurde etwa Idarucizumab, ein spezifisches Gegenmittel für den oralen Gerinnungshemmer Pradaxa® zur Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung in seltenen kritischen Notfallsituationen, in mehreren Ländern zur Zulassung eingereicht und wird derzeit von den Behörden geprüft.

Giotrif® (Afatinib), das erste onkologische Präparat von Boehringer Ingelheim zur Behandlung von Patienten mit einer bestimmten Unterform von fortgeschrittenem Lungenkrebs, ist mittlerweile in über 60 Ländern zugelassen. Vargatef® (Nintedanib) ist das zweite zugelassene Präparat aus der Onkologie-Pipeline und hat bisher in der EU sowie in Norwegen, Russland und Macao die Zulassung erhalten. Weiterhin wurde Ofev® gegen die seltene Atemwegserkrankung idiopathische Lungenfibrose (IPF) in der EU zugelassen und ist seit März in Deutschland verfügbar. Auch für weitere neue Medikamente gab es grünes Licht.

Fast 5,4 Milliarden Euro Umsatz mit Rx

Mit Rx-Arzneimitteln erzielte Boehringer im ersten Halbjahr einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt ist dies gegenüber dem Vergleichszeitraum ein Plus von einem Prozent – die Entwicklung war mithin stabil. Das stärkste Präparat war wie in den Vorjahren Spiriva® gegen COPD mit einem Umsatz von gut 1,7 Milliarden Euro. Einer der Hauptwachstumstreiber der kommenden Jahre werde aber das Diabetesgeschäft sein, heißt es bei Boehringer. Im ersten Halbjahr 2015 stieg der Umsatz mit Trajenta®/Jentadueto® zur Behandlung von Typ-2-Diabetes währungsbereinigt um 22 Prozent auf 419 Millionen Euro. In Deutschland sind diese Präparate allerdings nicht auf dem Markt.  

Seinen Umsatz mit nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln wie etwa Bucopan®, Dulcolax® oder Mucolsovan® beziffert Boehringer im ersten Halbjahr 2015 auf 782 Millionen Euro. Dies ist ein Wachstum von währungsbereinigt rund acht Prozent und entspricht rund zehn Prozent des Konzernumsatzes in diesem Zeitraum. Im Geschäftsbereich Tiergesundheit wuchs der Umsatz im Berichtszeitraum währungsbereinigt um elf Prozent auf 662 Millionen Euro. Das Geschäft mit Biopharmazeutika, in dem Boehringer ausschließlich im Industriekundengeschäft tätig ist, wuchs um 24 Prozent auf 214 Millionen Euro.

Ausblick

Der Ausblick ist verhalten positiv: „Nach dem ersten Halbjahr gehen wir nach wie vor währungsbereinigt von einem moderaten Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich für das Gesamtjahr 2015 aus“, sagte Hubertus von Baumbach, in der Unternehmensleitung verantwortlich für Finanzen.

Doch das Umfeld bleibt schwierig. Im Sommer letzten Jahres hat Boehringer Ingelheim hierzulande daher eine Effizienzsteigerungsinitiative gestartet. „Die Preise sind unter starkem Druck, die Kosten steigen, der Marktzugang wird schwieriger – insbesondere in Deutschland sehen wir eine deutlich ablehnende Haltung gegenüber Innovationen – und der Wettbewerb wird härter“, erklärte Professor Dr. Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung die Gründe. Nötig sei eine flexiblere und weniger komplexe Organisation, um in diesem Umfeld schneller reagieren zu können.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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