Allensbach Sicherheitsreport 2015

Ältere Menschen sind offen für E-Health

Berlin - 04.08.2015, 12:25 Uhr

Insbesondere ältere Menschen interessieren sich für die Chancen der E-Health-Kommunikation. (Foto: XtravaganT/Fotolia)

Insbesondere ältere Menschen interessieren sich für die Chancen der E-Health-Kommunikation. (Foto: XtravaganT/Fotolia)


Weil die Sorge vor Pflegebedürftigkeit im Alter in der Bevölkerung besonders groß ist, begrüßen insbesondere ältere Menschen Lösungen und Produkte für einen schnellen und umfassenden Informationsaustausch mit Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Dahinter tritt die Sorge um den Datenschutz zurück. Das ist ein Ergebnis des Sicherheitsreports 2015, den das Institut für Demoskopie Allensbach und das Centrum für Strategie und Höhere Führung im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt haben. Für den Report wurde von Anfang bis Mitte Juni in knapp 1.400 Interviews ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre befragt.

Im Zentrum der Befragung standen vor allem die Einstellung zur Übermittlung von Vitaldaten an den Arzt und der Einsatz von Smart-Home-Anwendungen. Das Interesse an bestimmten Anwendungen und die Einstellung zum Datenschutz ist dabei nicht zuletzt das Resultat einer Abwägung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Technologie. Das Beispiel Vitaldaten belegt, dass diejenigen, die an einer solchen Anwendung Interesse haben, vor allem die Vorteile in den Vordergrund stellen. 76 Prozent verbinden mit der automatischen Messung und Übertragung von Gesundheitsdaten das Vertrauen, dass der Arzt informiert ist, wenn beispielsweise der Blutdruck oder die Herzfrequenz kritische Werte erreicht. 54 Prozent begrüßen, dass der Arzt „immer alle wichtigen Informationen hat“.

Diejenigen, die der automatischen Messung und Übermittlung von Vitaldaten skeptisch gegenüberstehen, betonen hingegen den Wunsch nach Selbstbestimmung. Von ihnen sagen 53 Prozent, sie möchten selbst darüber entscheiden, wann ihr Arzt über ihre Gesundheitswerte informiert wird. Von den an der Anwendung Interessierten sind es lediglich 23 Prozent. Angst, dass die aufgezeichneten Daten in falsche Hände geraten könnten, oder einen grundsätzlichen Vorbehalt, dass die eigenen Gesundheitswerte überhaupt aufgezeichnet werden, hat in beiden Gruppen hingegen nur eine Minderheit.

Große Sorge Pflegebedürftigkeit

Ganz oben in der Rangliste der Lebenssorgen steht bei den Befragten die Pflegebedürftigkeit im Alter, dicht gefolgt von lebensbedrohlichen Krankheiten. Die Befragung verdeutlicht, dass sich immer dann hohe Zustimmungswerte zur digitalen Kommunikation ergeben, wenn die Befragten einen unmittelbar persönlichen Nutzen erkennen können. So interessieren sich beispielsweise 60-Jährige und Ältere weit überdurchschnittlich für Telemedizin. Dazu gehören etwa das automatische Messen und Übermitteln von Vitaldaten sowie Sensoren in der Kleidung, die bei Stürzen einen Notruf auslösen. 57 Prozent der 60-Jährigen und Älteren sagen, dass sie ersteres gut gebrauchen könnten, 44 Prozent finden die Sensoren in der Kleidung interessant. In der Altersgruppe 16 bis 29 Jahre ragte dagegen das Interesse an den Möglichkeiten von 3D-Druckern heraus.

Im Vergleich von Vitaldaten- und Smart-Home-Anwendung fällt auf, dass Kosten und Zuverlässigkeit von Interessenten wie auch Skeptikern ähnlich bewertet werden. Bei der automatischen Messung und Übertragung von Vitaldaten betont dabei die Bevölkerung insgesamt vielmehr die Zweifel an der Zuverlässigkeit, während bei einer Smart-Home-Anwendung für die Heizung eher die mutmaßlich hohen Kosten gesehen werden. Bemerkenswert ist laut Allensbach zudem, dass die Bürger weniger Vorbehalte gegenüber der Aufzeichnung ihrer Gesundheitsdaten als gegenüber der Registrierung ihrer Anwesenheit in den eigenen vier Wänden haben. 21 Prozent der Bürger möchten nicht, dass ihre Vitaldaten aufgezeichnet werden. 42 Prozent möchten nicht, dass registriert wird, wann sie zu Hause sind und wann nicht.


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