Heuschnupfen-Saison 2015

Bedarf an Arzneimitteln mit Vorjahr vergleichbar

Berlin - 03.08.2015, 14:10 Uhr

Kam später als sonst, dafür aber heftig: die Heuschnupfensaison 2015. (Foto: TK)

Kam später als sonst, dafür aber heftig: die Heuschnupfensaison 2015. (Foto: TK)


Obwohl die Heuschnupfensaison dieses Jahr später einsetzte, sorgte sie in den Apotheken für eine fast genauso hohe Nachfrage nach Arzneimitteln gegen Pollenallergien wie im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2015 gingen nach einer Auswertung von IMS Health insgesamt 13,5 Millionen Packungen entsprechender Produkte über die HV-Tische und den Versandhandel. Der darüber erzielte Umsatz lag bei rund 110 Millionen Euro.

Heuschnupfen-Hochkonjunktur herrscht laut IMS Health in den Monaten April bis Juni, in denen die Apotheken 50 Prozent des Heuschnupfen-Jahresumsatzes erzielen;  im ersten und dritten Quartal werden jeweils 20 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet,  im vierten Quartal nur noch zehn Prozent. Je nach Wetterbedingungen zeigen sich zwischen April und Juni Unterschiede in der Nachfrage: Die aktuelle Heuschnupfensaison begann im Vergleich zum Vorjahr zwei Wochen später und hatte ihren ersten Nachfrageschub Mitte/Ende April. Im Juni gab es eine zweite Nachfragespitze. Während sich der Bedarf im April deutlich geringer ausnahm als in den Vorjahren, sorgte das sommerliche Wetter im Juni dieses Jahres für höhere Umsätze als in den beiden Vorjahren. Ab Juli flachte die Nachfrage wie in den Vorjahren stark ab.

Die hohe Nachfrage im Juni sorgte dafür, dass im ersten Halbjahr 2015 Umsatz und Absatz rezeptfreier Heuschnupfenarzneien auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr blieben. Dabei gab es in der Offizin nur einen leichten Rückgang von knapp zwei Prozent nach Menge und  Wert. Der Versandhandel steigerte Umsatz und Absatz leicht. Allerdings liegt der Anteil des Apotheken-Versandhandels am Heuschnupfenmarkt mit zehn Prozent unter dem Anteil, den der elektronische/telefonische Bestellweg am gesamten Markt rezeptfreier Arzneimittel mit 13 Prozent hält.

Die meisten Präparate werden laut IMS Health in Form von Kapseln oder Tabletten gekauft, die 60 Prozent aller abgegebenen Heuschnupfenmedikamente ausmachen, gefolgt von Augentropfen (15 %), Sprays (11 %) und Kombinationsprodukten (8 %). Knapp 60 Prozent aller Präparate enthalten den Wirkstoff Cetirizin, 14 Prozent der Produkte basieren auf der Substanz Loratadin. Beide Wirkstoffe werden überwiegend in Tablettenform eingesetzt. Bei antiallergischen Augenpräparaten dominieren die Wirkstoffe Azelastin und Cromoglicinsäure.

Der Durchschnittspreis für Heuschnupfenmittel ist in den letzten Jahren nicht weiter gestiegen. Das liegt laut IMS Health daran, dass neben dem Wirkstoff und der Darreichungsform zunehmend der Preis kaufentscheidend ist. So gibt es 20 Tabletten oder Kapseln mit dem Wirkstoff Cetirizin in der Vorortapotheke bereits für unter 3,00 Euro, allerdings sind auch Angebote zum doppelten Preis vorhanden. Marlies Spiegel, Expertin aus dem Bereich Consumer Health bei IMS Health, resümiert: „Die Verbraucher werden zunehmend preissensitiver und entscheiden sich für das günstigere Produkt oder bevorraten sich im Versandhandel, über den teilweise noch bis zu 40 Prozent im Vergleich mit der Offizin gespart werden kann“.


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