Arzneimittel-Rabattverträge

AOKen gehen „beharrlich“ in Runde 15

Berlin - 29.07.2015, 13:30 Uhr

Die AOKen planen die 15. Trance der Arznei-Rabattverträge. (Bild: AOK)

Die AOKen planen die 15. Trance der Arznei-Rabattverträge. (Bild: AOK)


Knapp zwei Monate nach dem Start der 14. Tranche hat die AOK Baden-Württemberg für alle AOKen die Ausschreibung der 15. Tranche der Arzneimittel-Rabattverträge im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Dr. Christopher Hermann, Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, ist überzeugt vom „unverzichtbaren Instrument zur Ausgabensteuerung“: Dass inzwischen alle Krankenkassen erheblich vom Erfolg der Rabattverträge profitierten, sei nicht zuletzt der Beharrlichkeit der AOK zu verdanken.

Die aktuelle bundesweite Ausschreibung umfasst laut der AOK Baden-Württemberg 117 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, aufgeteilt in 119 Fachlose. Von diesen sind 28 im Drei-Partner-Modell und 91 exklusiv ausgeschrieben. In erster Linie geht es dabei um Anschlussverträge für die Ende März 2016 auslaufenden Verträge der 12. Tranche. Zusätzlich sucht die Kasse wieder Vertragspartner für Wirkstoffe, die zwischenzeitig patentfrei geworden seien und für die der Markt ausschreibungsreif sei, berichtet Hermann – beispielsweise Aripiprazol und Eplerenon.

Das AOK-Umsatzvolumen für die betreffenden Arzneimittel beziffert die Kasse auf zuletzt 2,2 Milliarden Euro (auf Basis des Apothekenverkaufspreises). Die Ausschreibung erfolgt deutschlandweit über acht regionale Gebietslose. Pharmazeutische Unternehmen oder Bietergemeinschaften können bis zum 28. September 2015 Gebote für einzelne Wirkstoffe, für alle oder einzelne der acht Gebiete abgeben. „Die Zuschläge werden voraussichtlich im November erteilt, um den Unternehmen bis zum Vertragsstart am 1. April 2016 ausreichend Zeit zur Vorbereitung zu geben“, erklärt Hermann. Die Verträge laufen dann zwei Jahre bis zum 31. März 2018.

Hermann stolz auf Erfolg der Rabattverträge

Bereits 2003 habe der Gesetzgeber den Kassen und ihren Verbänden erstmals erlaubt, Einzelverträge mit pharmazeutischen Herstellern abzuschließen, konstatiert der AOK-Chef. „Mittlerweile haben sich die Arzneimittelrabattverträge als unverzichtbares Instrument zur Ausgabensteuerung lange etabliert und werden in den Quartalsberichten des Bundesgesundheitsministeriums regelmäßig als hocheffektive Ausgabenbremse hervorgehoben.“ Der Erfolg der Rabattverträge sei auch auf die Beharrlichkeit der AOK zurückzuführen. „Wir haben die Verträge gegen den erheblichen Widerstand weiter Teile der Pharmaindustrie rechtssicher durchgesetzt“, betont der Verhandlungsführer.

Aktuell umfassen die bundesweiten Generika-Rabattverträge der AOK nach Angaben der Kasse 278 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro. In den Jahren 2013 und 2014 hätten die AOKs durch laufende und neue Rabattverträge insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro zugunsten der Versichertenversorgung in anderen Leistungsbereichen einsparen können.

Hier kommen Sie zu einer Übersicht der AOK zu laufenden Rabattverträgen.


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