Schweizer Pharmaindustrie

Leben vom Export

Remagen - 28.07.2015, 13:20 Uhr

Die Schweizer Pharmaindustrie verzeichnet für 2014 eine Export-Zunahme von 6,4 Prozent. (Bild: arunchristensen/Fotolia)

Die Schweizer Pharmaindustrie verzeichnet für 2014 eine Export-Zunahme von 6,4 Prozent. (Bild: arunchristensen/Fotolia)


Die Schweiz investiert weiterhin kräftig in die Pharmaforschung. Mehr als 6,5 Milliarden Franken waren es im letzten Jahr. So steht es in der aktualisierten Version der Publikation „Pharma-Markt Schweiz 2015“, die von dem Branchenverband der forschenden Unternehmen „Interpharma“ herausgegeben wird. Damit überstiegen die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) den Umsatz in der Schweiz um mehr als das Doppelte. Das heißt, das Geld kommt im Wesentlichen aus dem Export.

Bei den Ausfuhren konnten die Schweizer in 2014 erneut zulegen, und zwar um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals wurde die Marke von 70 Milliarden Franken überschritten. Seit 1990 haben sich die Schweizer Pharmaexporte fast verachtfacht. Als wichtigster Ausfuhrmarkt für pharmazeutische Produkte wird trotz einer stetigen Abnahme weiterhin Europa angeführt. Während der Anteil, der in europäische Länder geht, zwischen 1990 und 2014 von 62 auf 57 Prozent gesunken ist, arbeiten sich die Schweizer in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) weiter vor. Der Exportanteil in diese Länder ist zwar unter dem Strich mit rund sechs Prozent immer noch vergleichsweise gering, aber er hat sich in den letzten gut 15 Jahren mehr als vervierfacht.

Die Pharmabranche hat laut Interpharma nicht nur das Wirtschaftswachstum in der Schweiz maßgeblich beeinflusst. Sie ist auch eine wichtige Arbeitgeberin. Gut ein Prozent aller Schweizer Beschäftigten (knapp 42.000) war im letzten Jahr direkt bei Pharmaunternehmen angestellt. Die Zahl der Direktbeschäftigten ist seit 1995 ununterbrochen angestiegen und hat sich in den letzten zwanzig Jahren fast verdoppelt. Über Zulieferindustrien kommen noch einmal rund 130.000 Beschäftigte hinzu.

Mit ihren inländischen Pharma-Umsätzen haben die Alpenländler allerdings zu kämpfen. Der Medikamentenmarkt Schweiz stagnierte 2014. Nach einem leichten Minus von 0,1 Prozent im Jahr 2013 konnte aber immerhin ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent auf 5,1 Milliarden Schweizer Franken verzeichnet werden. Dass es trotz der weiteren Bevölkerungszunahme, des wachsenden Anteils der älteren Generation sowie der erweiterten Medikamentenpalette nicht mehr geworden ist, wird auf Preissenkungsmaßnahmen, speziell bei patentgeschützten Medikamenten, die Förderung des Preiswettbewerbs im patentfreien Bereich und als Folge davon auf ein starkes Generikawachstum zurückgeführt.

Die Broschüre „Pharmamarkt Schweiz 2015“ kann auf der Interpharma-Website oder über diesen Link heruntergeladen werden.


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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