Holländische Apotheken-Fusion

Gegenwind für Phoenix/Celesio

27.07.2015, 09:50 Uhr

Gegenwind: Die Wettbewerbsbehörde prüft die Mediq-Übernahme. (Foto: Fotolia - light_blue)

Gegenwind: Die Wettbewerbsbehörde prüft die Mediq-Übernahme. (Foto: Fotolia - light_blue)


Die Übernahme der holländischen Mediq-Apotheken durch das Phoenix-Celesio-Gemeinschaftsunternehmen Brocacef verzögert sich wohl. Medienberichten zufolge hat die zuständige Wettbewerbsbehörde dem Deal bisher nicht zugestimmt, sondern weiteren Klärungsbedarf angemeldet. Sie sorgt sich um den Wettbewerb zwischen den Apothekenketten in den Niederlanden.

Ende letzten Jahres hatten Phoenix und Celesio bekannt gegeben, dass ihre gemeinsame Apotheken- und Großhandelstochter Brocacef die Mediq Apotheken Nederland B.V. erworben hat. Nun berichten verschiedene holländische Medien, dass die niederländische Konsumenten- und Wettbewerbsbehörde ACM die Übernahme vorerst gestoppt habe. Die Behörde wolle genauer prüfen, welche Auswirkungen der Deal auf den Wettbewerb zwischen Apotheken in einer Reihe größerer Ortschaften und Städte in Holland habe, schreibt das Nachrichtenportal DutchNews.nl. „Brocacefs eigene Apotheken werden weniger Druck ausgesetzt sein, die Qualität ihres Services zu verbessern“, zitiert DutchNews die ACM. Dazu komme, dass Krankenversicherungen weniger Auswahl zwischen Anbietern hätten, was zu steigenden Preisen führen könnte.

Mediq betreibt rund 220 Apotheken in den Niederlanden, Brocacef laut DutchNews 116 Apotheken unter dem Namen Benu. Im Dezember hatten Celesio und Phoenix verlauten lassen, durch die Übernahme, die auch das Großhandels-, Logistik- und Krankenhausversorgungsgeschäft von Mediq umfassen soll, würde ein Pharmahandelskonzern mit 5300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 2 Milliarden Euro entstehen. Zum Kaufpreis hat sich keine der beteiligten Firmen geäußert. Im Jahr 2010 übertrug Celesio seine Lloyds Nederland B.V. mit 62 Apotheken und 170 Millionen Euro Umsatz auf die Phoenix-Tochtergesellschaft Brocacef Holding N.V. Im Gegenzug erhielt Celesio einen 45 Prozent-Anteil an Brocacef.


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker / Herausgeber / Geschäftsführer
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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