WHO-Kampf gegen das Rauchen

Nichts ist wirkungsvoller als hohe Tabak-Steuern

Manila - 07.07.2015, 11:30 Uhr

Höhere Steuern könnten mehr Menschen vom Rauchen abhalten. (Foto: von Lieres/Fotolia)

Höhere Steuern könnten mehr Menschen vom Rauchen abhalten. (Foto: von Lieres/Fotolia)


Ohne drastische Maßnahmen gegen den Konsum von Tabak sterben im Jahr 2030 bereits acht Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Davor warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Welt-Tabak-Bericht. Schon heute sterben laut WHO jedes Jahr sechs Millionen Menschen durch Tabakkonsum – alle sechs Sekunden einer. Das sind mehr Tote als durch HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Obwohl in vielen Ländern weniger geraucht wird, steigt die Zahl der Raucher weltweit durch das Bevölkerungswachstum.

„Die Steuern auf Tabakprodukte zu erhöhen ist eine der wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Methoden, den Konsum von tödlichen Produkten einzudämmen und deutliche höhere Steuereinkünfte zu erzielen“, erklärte WHO-Direktorin Margaret Chan. Doch viel zu wenige Länder nutzten diese effektive Maßnahme, um das Rauchen einzudämmen. Weltweit erheben den Angaben zufolge nur 33 der 194 WHO-Länder so hohe Steuern auf Rauchwaren, dass sie Dreiviertel des Verkaufspreises ausmachen.

Deutschland erreicht die 75-Prozent-Marke fast. Die Preiserhöhungen und die Tatsache, dass Zigaretten und Tabak seit 2009 nicht mehr an Jugendliche unter 18 verkauft werden, hätten die Raucherquote bei Jugendlichen massiv reduziert, erklärte Kirsten Schotte von der WHO. Der Anteil der Raucher bei den 12- bis 17-Jährigen hat sich nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in den letzten zehn Jahren von 23 auf 10 Prozent halbiert. Unter den Erwachsenen raucht in Deutschland jeder vierte. Als neue Gefahr sehen viele Experten aber die E-Zigaretten oder E-Shishas.

Die WHO zählt Rauchen zu den Risikofaktoren für die weit verbreiteten nichtansteckenden Krankheiten, darunter Krebserkrankungen, Herz- und Lungenleiden sowie Diabetes. Daran sterben nach WHO-Angaben 16 Millionen Menschen vorzeitig, das heißt, vor ihrem 70. Lebensjahr. 80 Prozent der weltweit rund eine Milliarde Raucher leben nach WHO-Angaben in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen.


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