Apothekennachfolge

Kuchen statt Arzneien: Oranien-Apotheke jetzt Café

Berlin - 07.07.2015, 13:30 Uhr

Aus der Oranienapotheke ist das Berliner Szene-Café Ora geworden. (Foto: Sket)

Aus der Oranienapotheke ist das Berliner Szene-Café Ora geworden. (Foto: Sket)


In Berlin gebe es so gut wie keine Probleme, einen Nachfolger für eine Apotheke zu finden, berichtete der Präsident der Berliner Apothekerkammer kürzlich im DAZ-Gespräch. Die Nachfolge-Lösung für die Kreuzberger Oranien-Apotheke hatte Christian Belgardt damit sicher nicht im Sinn. Seit April werden vom historischen Apothekerschrank aus über den Tresen Kaffee und Kuchen statt Arzneimittel gereicht. Aus der Apotheke ist ein gut laufendes Szene-Café im Kreuzberger Kiez geworden.

Die Oranien-Apotheke war eine der ältesten Apotheken in Berlin. Sie wurde 1860 im Erdgeschoss des gerade erbauten Eckhauses Oranienplatz 14/Erkelenzdamm 1 eingerichtet und diente als „Hoflieferant des Kaisers und Königs für die deutschen Kolonialgebiete und Schutztruppen“. Am Erscheinungsbild hat sich so gut wie nichts verändert. Nicht nur die alte Stuckdecke misst großzügige Höhen. Die ehemalige Offizin ist alles andere als quadratmeteroptimiert. In dem gewaltigen Raum stehen immer noch die historischen Apothekerschränke aus dunklem Holz. In den Regalen finden sich unzählige Fläschchen und Gläser mit lateinischen Aufdrucken.

Wiederauferstanden ist die Oranien-Apotheke nach fünfmonatiger Renovierung als „Ora“, das jetzt als eines der schönsten Cafés in Berliner Reiseführern angepriesen wird. Die dunklen Schränke und das Holzmobiliar sind geblieben, aus der Verkaufstheke wurde der Bartresen. Mit ein paar Tischen, Stühlen und gepolsterten Bänken entlang der Wände sitzt es sich in der Apotheke mit einem Mal wie in einem Wiener Kaffeehaus oder einer Pariser Brasserie. Man kann hier frühstücken, eine Kleinigkeit zu Mittag essen oder nur einen Drink nehmen. Es gibt leckere selbstgebackene Kuchen und ebenso selbstgebackenes Sauerteigbrot. Der Besuch in der alten Apotheke lohnt sich – nicht nur für historisch interessierte Apotheker.



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