E-Health-Gesetz

Apotheker beim Medikationsplan doch dabei?

Stade - 22.06.2015, 09:45 Uhr

Die niedersächsische Gesundheitsministerin Rundt unterstützt die Forderung der Apotheker, Medikationspläne zu erstellen. (Foto: tmb/DAZ)

Die niedersächsische Gesundheitsministerin Rundt unterstützt die Forderung der Apotheker, Medikationspläne zu erstellen. (Foto: tmb/DAZ)


Offenbar gibt es neue Chancen, dass die Apotheker doch noch als mögliche Ersteller der neuen Medikationspläne in das E-Health-Gesetz aufgenommen werden. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) erklärte am Samstag bei der Eröffnung des Niedersächsischen Apothekertages, sie unterstütze die Forderung der Apotheker, solche Pläne zu erstellen und werde dies in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vortragen. Für Rundt sind die Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit wie der neue Medikationsplan eines der beiden zentralen Themen des Gesetzes neben dem Aufbau einer zukunftsfähigen Telematik-Infrastruktur.

Am zweiten Tag des Niedersächsischen Apothekertages in Stade erklärte Kammerpräsidentin Magdalene Linz, ihr sei berichtet worden, dass Nordrhein-Westfalen einen Änderungsantrag zum E-Health-Gesetz einbringen wolle, der den Formulierungsvorschlag der ABDA übernehme. Darin wird dem Patienten die Wahlmöglichkeit gegeben, eine Apotheke seines Vertrauens mit der Erstellung des Plans zu beauftragen. ABDA-Vize-Präsident Mathias Arnold berichtete in Stade, es gebe dazu Gespräche mit Abgeordneten auf allen Ebenen. Er sei sich „ziemlich sicher, dass sich beim E-Health-Gesetz noch etwas bewegt“, so Arnold.

Linz kritisierte den bisherigen Gesetzentwurf deutlich. „Ein Medikationsplan ohne Beteiligung der Apotheker – das geht schief“, so Linz. Sie wünsche sich, dass die Apotheker sich so in dem Gesetz wiederfänden, wie es ihrem Stellenwert im Gesundheitswesen entspreche. Sie äußerte sich verwundert, dass das Bundesgesundheitsministerium die Erstellung des Medikationsplans ohne die Apotheker vorgesehen habe. „Bei diesen Themen müssen wir als Partner gesetzt sein“, so Linz.

Bei der Eröffnung des Niedersächsischen Apothekertages ging Linz auch auf die Diskussion über die Angabe der Diagnose im Medikationsplan ein. Sie habe ein Problem damit, wenn in Verhandlungen eine solche Information nicht verlangt werde. „Ich habe kein Verständnis dafür“, so Linz. Darüber werde noch zu diskutieren sein.


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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