Levothyroxin +Jodid

Henning senkt nicht auf Festbetrag

Berlin - 18.06.2015, 16:45 Uhr

Neben der Zuzahlung können für Levothyroxin +Jodid-Präparate ab Juli auch Aufzahlungen fällig werden. (Foto: ABDA)

Neben der Zuzahlung können für Levothyroxin +Jodid-Präparate ab Juli auch Aufzahlungen fällig werden. (Foto: ABDA)


Für Kombinationen von Levothyroxin mit Jodid wird es ab dem 1. Juli erstmals einen Festbetrag geben. Wie viele Hersteller ihren Preis auf das neue Niveau absenken werden, wird sich zeigen. Henning jedenfalls hat sich entschieden, den Preis für Thyronajod zu reduzieren – aber bis zum Festbetrag geht die Sanofi-Tochter nicht herunter. Für Patienten, die auf Hennings Präparat eingestellt sind, werden daher in Kürze Aufzahlungen anfallen. Sanofi wird Apotheken ein Schreiben zur Verfügung stellen, das sie betroffenen Kunden aushändigen können.

Ab 1. Juli gelten neue Festbeträge für die Wirkstoffe Memantin, Quetiapin und Riluzol sowie Kombinationen von Levothyroxin mit Jodid. Letzteres ist mit Abstand des preisgünstigste dieser vier Arzneimittel. Künftig hat die 100er Packung des Schilddrüsenhormon einen Festbetrag von 4,41 Euro auf Basis des Herstellerabgabepreises. Großhandels- und Apothekenzuschlag sowie die Mehrwertsteuer kommen noch hinzu.

„Obwohl wir die Preise von Thyronajod Henning seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau stabil halten konnten, haben wir uns jetzt trotzdem für eine Preissenkung entschieden“, erläutert Sanofi in seiner Patienten-Information. „Wir möchten Ihnen mit diesem Schritt entgegenkommen, um die von Ihnen zu leistende Zuzahlung so gering wie möglich zu halten.“ Aber am Ende kommt das Unternehmen nicht um die schnöde Wahrheit herum: „Die Differenz des Festbetrages zu unserem reduzierten Preis muss der Patient tragen.“

Substitution ausgeschlossen

Und so wird ab kommenden Monat neben einer etwaigen Zuzahlung auch eine Aufzahlung für Thyronajod Henning fällig. Sie wird sich zwischen 1,99 Euro und 2,98 Euro bewegen. Der Austausch gegen ein anderes Präparat ohne Aufzahlung kommt in der Apotheke nicht in Betracht – schließlich befindet sich der Wirkstoff auf der Substitutionsausschlussliste. Aus diesem Grunde wird auch der verordnende Arzt nicht einfach auf ein anderes Präparat umstellen.

Sanofi bedauert diese Entwicklung und erklärt, man sehe sich „nicht in der Lage weitere Kostenreduktionen zu kompensieren, ohne die Qualität zu gefährden, die Sie von Henning gewohnt sind“. Schilddrüsenhormone seien in der Herstellung und Qualitätssicherung anspruchsvoll  und komplex. „Wir möchten unserer Verantwortung für Produkte hoher Qualität und Liefersicherheit weiterhin ohne Einschränkungen gerecht werden.“ Für weitergehende Fragen, so der Brief abschließend, möge sich der Patient an seinen Arzt oder Apotheker wenden – oder auch gleich an seine Krankenkasse.

Hier kommen Sie zu weiteren Informationen und dem Patienten-Anschreiben auf der Sanofi-Webseite.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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