Sigma-Aldrich-Übernahme

Merck muss Zugeständnisse machen

Brüssel/Berlin - 16.06.2015, 13:10 Uhr

Merck muss bei der Sigma-Aldrich-Übernahme Zugeständnisse machen. (Foto: Merck)

Merck muss bei der Sigma-Aldrich-Übernahme Zugeständnisse machen. (Foto: Merck)


Merck muss für die geplante Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich Zugeständnisse machen. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern muss Produktionsanlagen von Sigma-Aldrich in Deutschland sowie Markenrechte verkaufen und Vertriebspersonal abtreten. Das entschied die EU-Kommission am Montag in Brüssel. Die Wettbewerbshüter Europas wollen auf diese Weise verhindern, dass es durch den Zusammenschluss auf dem Markt für Laborchemikalien zu wenig Konkurrenz gibt, so dass die Preise steigen könnten. „Durch die Verpflichtungen der Unternehmen wurden diese Bedenken ausgeräumt“, schrieb die EU-Kommission.

Merck und Sigma-Aldrich vereinbarten laut einer Merck-Mitteilung, Teile des europäischen Geschäftes für Lösungsmittel und anorganische Stoffe von Sigma-Aldrich zu verkaufen. Die Vereinbarung betrifft die Produktionsanlagen in Seelze, in der die Mehrzahl der von Sigma-Aldrich in Europa verkauften Lösungsmittel und anorganischen Produkte hergestellt wird. Zusätzlich wurden die Veräußerung der Lösungsmittel und anorganischen Produkte vereinbart, die von Sigma-Aldrich weltweit verkauft werden. Außerdem wird eine befristete Lizenz für die Lieferung dieser Produkte unter dem Markennamen Sigma-Aldrich im Europäischen Wirtschaftsraum gewährt.

„Mit diesen Genehmigungen sind wir bei der Übernahme von Sigma-Aldrich einen ganz entscheidenden Schritt vorangekommen, denn wir sind nach wie vor von den großen Chancen überzeugt, die sich durch diese Transaktion für Merck im Life-Science-Bereich eröffnen“, sagte Bernd Reckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. „Wir werden in den kommenden Monaten gemeinsam mit allen beteiligten Parteien daran arbeiten, die mit der EU-Kommission vereinbarten Auflagen zügig umzusetzen.“

Die an Auflagen gebundene EU-Freigabe folgt auf die kürzlich erteilten kartellrechtlichen Freigaben durch die japanische Wettbewerbsbehörde sowie das chinesische Handelsministerium. Merck hat zudem bereits die kartellrechtlichen Freigaben der USA, Taiwans, Südafrikas, Russlands, Serbiens und der Ukraine erhalten. Es stehen weiterhin die Genehmigungen durch die brasilianische Wettbewerbsbehörde sowie durch die Wettbewerbsbehörden in Israel und Korea aus. Die geplante Übernahme von Sigma-Aldrich soll für 17,4 Milliarden Dollar über die Bühne gehen. Merck strebt den Vollzug der Transaktion nach den jüngsten Genehmigungen weiterhin für Mitte 2015 an.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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