Südkorea meldet siebten Toten

Mers-Kampf in kritischer Phase

09.06.2015, 13:40 Uhr

Drei Wochen nach dem Ausbruch befindet man sich in Südkorea in einer kritischen Phase im Kampf gegen Mers. (Foto: gwolters/Fotolia)

Drei Wochen nach dem Ausbruch befindet man sich in Südkorea in einer kritischen Phase im Kampf gegen Mers. (Foto: gwolters/Fotolia)


Seoul – Fast drei Wochen nach dem Ausbruch von Mers in Südkorea sieht die Regierung den Kampf gegen die Atemwegserkrankung an einem kritischen Punkt. „Diese Woche ist voraussichtlich entscheidend für die Bekämpfung von Mers“, sagte der geschäftsführende Premierminister Choi Kyung Hwan laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag bei der täglichen Krisensitzung der Behörden. Das Gesundheitsministerium meldete den siebten Todesfall infolge der Ansteckung mit dem Coronavirus (Mers-CoV) und acht Neuerkrankungen. Beim bisher größten Mers-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens stieg die Zahl damit auf 95.

Die Sorgen der Bürger, dass der Mers-Ausbruch sich negativ auf die Wirtschaft und den Alltag auswirke, nähmen zu, sagte Choi. Die Regierung werde daher alle möglichen Gegenmaßnahmen mit der Entschlossenheit ergreifen, die Verbreitung des Virus möglichst in dieser Woche einzudämmen. Gesundheitsminister Moon Hyung Pyo hatte am Montag die Vermutung geäußert, dass das Ausbreitungstempo als Folge der Quarantänemaßnahmen in den nächsten Tage abnehme. 

Bei dem jüngsten Todesopfer handelt es sich den Angaben zufolge um eine 68-jährige Frau, die sich während eines Klinikaufenthalts in Seoul bei einem Mers-Patienten angesteckt habe. Bei allen bisherigen Todesfällen waren Patienten mit Vorerkrankungen betroffen. Mers zählt wie viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zu den Coronaviren. Südkoreas Behörden gehen davon aus, dass das Virus im Mai von einem Mann eingeschleppt wurde, der zuvor von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Das Virus wurde 2012 erstmals in Saudi-Arabien nachgewiesen.

Auch die benachbarten Länder sind wegen des Mers-Ausbruchs in Südkorea zunehmend beunruhigt. Die Gesundheitsbehörden in Hongkong riefen die Bürger dazu auf, auf nicht zwingend nötige Reisen nach Südkorea zu verzichten. Tausende geplante Reisen aus der Region nach Südkorea, vor allem aus China, wurden bereits storniert. Ein achtköpfiges Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begann mit den südkoreanischen Behörden mehrtägige Untersuchungen zu dem Ausbruch. Bis zum 5. Juni waren bei der WHO 1190 bestätigte Mers-Fälle erfasst, mindestens 444 der Patienten starben.


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