Gesundheitsthemen beim G7-Gipfel

Gröhe: „Starkes gemeinsames Zeichen“

09.06.2015, 09:00 Uhr

Der G7-Gipfel verabschiedete im Bereich Gesundheit wohlklingende Absichtserklärungen. (Foto: Bundesregierung/Bergmann)

Der G7-Gipfel verabschiedete im Bereich Gesundheit wohlklingende Absichtserklärungen. (Foto: Bundesregierung/Bergmann)


Ebola, Antibiotikaresistenzen und vernachlässigte Tropenkrankheiten – auch mit Gesundheitsthemen befassten sich die Staats- und Regierungschefs, die an den vergangenen beiden Tage zum G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau zusammen gekommen waren. In ihrer Abschlusserklärung konstatieren sie hierzu, dass der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes eines der Grundrechte jedes Menschen sei. Das Engagement in diesem Bereich werde daher fortgeführt, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung der Gesundheitssysteme durch bilaterale Programme und multilaterale Strukturen gelegt werde.

Das Programm der G7 war breit gefächert. Die deutsche Gastgeberin, Kanzlerin Angela Merkel, hatte schon im Vorfeld betont, wie sehr ihr nicht zuletzt die Gesundheitsthemen am Herzen liegen. Neben den Vertretern der großen sieben Industrienationen waren auch Regierungschefs afrikanischer Staaten zum Gipfel geladen – eine gute Plattform, Krisen wie Ebola zu besprechen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zeigte sich zum Ende des Gipfels mit den in der Abschlusserklärung genannten Absichten zufrieden: „Es ist gut, dass es beim G7-Gipfel gelungen ist, ein starkes gemeinsames Zeichen für die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen und Epidemien zu setzen. Zuletzt hat in großer Dramatik Ebola gezeigt: Es gibt keine weit entfernten Krankheiten.“ Es sei daher wichtig, dass die G7-Staaten jetzt gemeinsam Lehren aus der Ebola-Krise ziehen.

In ihrer Abschlusserklärung haben die G7-Staaten unter anderem zugesagt, in den nächsten fünf Jahren mindestens 60 Länder, darunter die Staaten in Westafrika, zu unterstützen. Unter anderem dabei, die Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umzusetzen. Dabei soll auf deren Erfahrung und bestehende Partnerschaften aufgebaut werden. Zudem werde man sich abstimmen, um zukünftige Epidemien zu bekämpfen. Dazu sollen Mechanismen für den raschen Einsatz fachübergreifender Expertenteams eingeführt bzw. gestärkt werden.

Antibiotika-Forschung stärken

Was Antibiotika betrifft, erklären die Gipfel-Teilnehmer, dass sie uneingeschränkt den kürzlich beschlossenen globalen Aktionsplan der WHO zu Antibiotikaresistenzen unterstützen. Zudem bekennen sie sich zum „One Health“-Ansatz, der alle Bereiche – die Gesundheit von Mensch und Tier sowie Landwirtschaft und Umwelt – einbezieht. „Wir werden eine fachgerechte Verwendung von Antibiotika fördern und uns daran beteiligen, die Grundlagenforschung, die Forschung zu Epidemiologie, Infektionsprävention und -bekämpfung und die Entwicklung von neuen Antibiotika, alternativen Therapien, Impfstoffen und Schnelltests zu stärken“, heißt es der gemeinsamen Erklärung.

Weiterhin verpflichten sich die G7-Staaten laut ihrer Erklärung, die Forschungsaktivitäten im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten zu unterstützen. Dabei werde man sich vorrangig auf die Bereiche mit dem dringendsten Bedarf konzentrieren. Insbesondere soll die Grundlagenforschung zu Prävention, Bekämpfung und Behandlung gestärkt werden, aber auch die Forschung an einfach einsetzbaren und erschwinglichen Medikamenten, Impfstoffen und Schnelltests.

Weitere Schritte geplant

Gröhe will an den Themen dran bleiben: „Nach dem G7-Gipfel müssen jetzt weitere Schritte folgen. Für Anfang Oktober habe ich die G7-Gesundheitsminister nach Berlin eingeladen, um das weitere Vorgehen im Gesundheitsbereich zu besprechen.“


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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