Pharmazie-Institut auf der Kippe

Kammer stützt Forschung an Uni Leipzig

20.05.2015, 11:30 Uhr

Die SLAK fördert ein Forschungsprojekt des Pharmazie-Instituts der Uni Leipzig, um ein Zeichen zu setzen. (Foto: M. Schuppich/Fotolia)

Die SLAK fördert ein Forschungsprojekt des Pharmazie-Instituts der Uni Leipzig, um ein Zeichen zu setzen. (Foto: M. Schuppich/Fotolia)


Berlin – Sachsens Apotheker signalisieren abermals, dass es aus ihrer Sicht keine ernst zu nehmende Standortalternative für das seit Ende 2011 von der Schließung bedrohte Pharmazeutische Institut in Leipzig gibt: Der Vorstand der Landesapothekerkammer hat in seiner Sitzung am Montag die Förderung eines am Institut der Universität angesiedelten Studienprojektes zur sektorenübergreifenden Betreuung von speziell operierten Patienten mit Adipositas über einen Zeitraum von drei Jahren beschlossen. Pro Jahr unterstützt die Kammer das Projekt mit 40.000 Euro, insgesamt also 120.000 Euro.

„Mit der finanziellen Förderung dieses Projektes erneuern wir unser eindeutiges Bekenntnis zu Forschung und Studium in Leipzig“, betont Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer in einer Mitteilung. Für den Standort gebe es keine wirklich ernst zu nehmende Alternative. „Wir brauchen die Ausbildung der dringend benötigten Pharmazeuten hier und jetzt!“ Um weiterhin eine qualitativ hochwertige Lehre zu garantieren, müssten die seit geraumer Zeit freigewordenen Lehrstühle endlich neu besetzt werden.

Mit der Unterstützung des Projektes soll die Forschung am Institut gestärkt werden. „Wir leisten mit unserer Beteiligung am Projekt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, sondern wollen Mitarbeitern des Instituts damit auch eine Perspektive geben“, erklärt Schmidt. Die Förderung dürfe allerdings keine Einbahnstraße sein. Die Universitätsleitung müsse daher endlich stabile Rahmenbedingungen für den Fortbestand und Ausbau des Instituts schaffen.

Schmidt und Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbands, hatten die Universität zuletzt im Rahmen des Sächsischen Apothekertags eindringlich aufgefordert, die freigewordenen Lehrstühle für Pharmazeutische Biologie und Pharmakologie endlich wieder zu besetzen. Aber auch zuvor setzten die sächsischen Apotheker den Schließungsbestrebungen des Rektorats der Universität Leipzig mehrfach Bemühungen um den Erhalt des Instituts entgegen. Enttäuscht von der andauernden Hängepartie sind insbesondere die Studenten, die fortwehrend auf eine Dauerlösung hoffen.


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