Medikamente gegen Alzheimer

Markt bis 2023 mehr als verdoppelt

15.05.2015, 14:30 Uhr

Der Markt für Alzheimer-Medikamente könnte sich bis 2023 mehr als verdoppeln. (Foto: tashatuvango/Fotolia)

Der Markt für Alzheimer-Medikamente könnte sich bis 2023 mehr als verdoppeln. (Foto: tashatuvango/Fotolia)


Remagen – Der globale Markt für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit könnte bis zum Jahr 2023 einen Wert von geschätzten 13,3 Milliarden US-Dollar erreichen, glaubt das Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobalData. Gestützt wird diese Prognose auf den Marktumfang von 4,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 und eine durchschnittliche jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10,5 Prozent.

Nach einer neuen Erhebung von GlobalData soll sich der Anstieg in neun wichtigen Märkten abspielen: den USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Japan, China und Indien. Getrieben werden soll er durch die Einführung von fünfzehn neuen Therapien, darunter mehreren Medikamentenkandidaten, die an den Ursachen der Alzheimer-Erkrankung angreifen sollen. Außerdem sollen die zunehmende Verbreitung der Alzheimer-Krankheit sowie von leichten kognitiven Beeinträchtigung in den neun „major markets“, verbunden mit Fortschritten in der Diagnose und einem erhöhten sozialen Bewusstsein für die Erkrankung zu dem Markt-Aufschwung beitragen.

Näheres erläutert Dr. Kyle S. Nicholson, Analyst für Neurologie bei GlobalData: Er rechnet damit, dass in dem Prognosezeitraum krankheitsmodifizierende Therapien und neuartige symptomatische Therapien mit innovativen Wirkmechanismen auf den Plan kommen und dass diese routinemäßig in der Versorgung eingesetzt werden. „Im Anschluss an die erwartete Zulassung und Einführung der First-in-Class-BACE1-Hemmer und von passiven Immuntherapien in 2018 und 2019 wird der Alzheimer-Markt rasch expandieren.“

Potential für Blockbuster

Aus diesen beiden potenziell Krankheits-modifizierenden therapeutischen Klassen würden voraussichtlich mehrere Blockbuster-Medikamente hervorgehen. Dabei würden die experimentellen monoklonalen Antikörper (mAbs) – Biogen's Aducanumab, Eli Lilly's Solanezumab und Roche's Gantenerumab und Crenezumab – mit den BACE1-Hemmern – Merck´s MK-8931 und Astrazeneca/Eli Lilly's AZD-3293 – konkurrieren, da beide Behandlungsansätze darauf ausgerichtet seien, die Bildung von senilen Amyloid-Plaques zu verhindern.

Auch die in der Pipeline befindlichen sympotomatischen Ansätze werden nach den Erwartungen des Analysten Marktanteile hinzugewinnen. Als Beispiele führt er die Kandidaten LuAE-58054 von Lundbeck und EVP-6124 von Forum an. Die aktuellen Alzheimer-Marktführer Namenda®, Aricept® und Exelon® mit einem kumulierten Umsatz von 4,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 werden ihre großen Anteile im Prognosezeitraum wohl behaupten können, vermutet GlobalData. Allerdings dürfte ihr gemeinsamer Umsatz ab 2015 fallen, da Namenda® und Aricept® kürzlich ihren Patentschutz verloren haben.


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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