Internationale Studie

Mers-Virus verbreiteter als gedacht

09.04.2015, 15:30 Uhr

Das Mers-Virus ist offenbar verbreiteter, aber dafür weniger gefährlich als bislang angenommen. (Foto: gwolters/Fotolia)

Das Mers-Virus ist offenbar verbreiteter, aber dafür weniger gefährlich als bislang angenommen. (Foto: gwolters/Fotolia)


Bonn/Berlin – Das 2012 entdeckte Mers-Virus ist offenbar weiter verbreitet als bisher angenommen – und gleichzeitig weniger gefährlich. Das geht aus einer internationalen Studie unter der Leitung der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) hervor, die in der Fachzeitschrift „Lancet Infectious Diseases“ erschienen ist. Demnach verläuft vermutlich der größte Teil der Infektionen ohne schwere Krankheitssymptome. Bisher war man von einer Sterblichkeitsrate von bis zu 30 Prozent ausgegangen. Mers ist eine Atemwegserkrankung und steht für „Middle East Respiratory Syndrom“.

Für die Studie wurden mehr als 10.000 Blutproben von Menschen aus Saudi-Arabien ausgewertet, die in den vergangenen Jahren keine gravierende Infektion durchgemacht hatten. Dennoch enthielten 15 von ihnen Antikörper gegen das Mers-Virus. „In den letzten zehn Jahren haben sich in Saudi Arabien wahrscheinlich mehr als 40.000 Menschen mit Mers angesteckt, ohne es zu merken“, sagte Christian Drosten vom DZIF am Donnerstag.

Die Studie stütze außerdem die These, dass Mers eigentlich eine Krankheit sei, die vor allem Kamele befalle. Unter ungünstigen Umständen könne das Virus zwar gelegentlich auf den Menschen überspringen, eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch sei aber vermutlich relativ selten. Deshalb sei, anders als bei Ebola, keine Mers-Epidemie zu befürchten. Weltweit wurden von der Weltgesundheitsorganisation bislang mehr als 1000 laborbestätigte Mers-Erkrankungen erfasst, über 400 Menschen starben. Der Schwerpunkt des Ausbruchs liegt in Saudi Arabien.


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