BVDAK-Appell an Noweda

Hartmann: Apothekenkooperationen nicht verunglimpfen

Berlin - 23.02.2015, 14:03 Uhr


Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), Stefan Hartmann, hat die Aussage des Arzneimittelgroßhändlers Noweda, Apothekenkooperationen seien Vorstufen auf dem Weg zu Apothekenketten, kritisiert und in einer Stellungnahme als Angriff auf Kooperationen zurückgewiesen: „Zunächst einmal sind Apothekenkooperationen gerade keine Vorstufe für Apothekenketten“, so Hartmann. Jeder Apotheker entscheide frei, ob er einer Apothekenkooperation beitreten wolle.

Die Haltung von Noweda sei zudem inkonsequent. Man beliefere schließlich auch andere Apotheken als Zweitlieferant. Es sei dabei unbedeutend, ob die jeweilige Apotheke Mitglied einer Dachmarkenkooperation sei. Auch Filialverbünde als kleinste Form der Kooperation und andere Kooperationsapotheken würden beliefert, so Hartmann. Noweda selbst sei, so die herrschende Wissenschaftsdefinition, als Genossenschaft nichts anderes als eine Gemeinschaft von Mitgliedern, deren Zweck auf die wirtschaftliche Förderung gerichtet sei, also eine Kooperation.

Erst vor Kurzem habe zudem die BMG-Staatssekretärin Ingrid Fischbach (CDU) auf dem Kooperationsgipfel in München die wirtschaftliche Bedeutung dieser – von inhabergeführten Apothekern getragene – Kooperationen betont, so Hartmann. Und weiter: „Ein Angriff auf Apothekenkooperationen ist nicht hilfreich und beschädigt sogar den Geist des Genossenschaftsgedankens. Der BVDAK setzt sich deshalb konsequent für die Förderung von Apothekenkooperationen zum Wohle der inhabergeführten Kooperationsapotheken ein – ohne ideologische Scheuklappen.“

Kooperationen als Gegenpol zu global agierenden Marktteilnehmern

Laut Satzung des BVDAK könnten Apothekenkooperationen Mitglied werden, die sich unter anderem für den Erhalt der inhabergeführten Apotheken einsetzen und dadurch eine Vertikalisierung der Handelsstufen verhindern wollen. Die Apothekenkooperationen innerhalb des BVDAK seien freiwillige Zusammenschlüsse von Apothekenkooperationen und bildeten sozusagen einen Gegenpol zu global agierenden Marktteilnehmern, welche in Deutschland Apothekenketten betreiben wollen.

Hartmann reagierte mit seiner Stellungnahme auf ein von „apotheke adhoc“ zitiertes Noweda-Rundschreiben im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um die Nichtbelieferung eines easy-Apothekers. Darin hieß es mit Verweis auf das Rundschreiben: Sogenannte Apothekenkooperationen mit Dachmarke seien eine „Vorstufe auf dem Weg zur Apothekenkette“. Und weiter: „Apotheken mit Dachmarken, die die Anmutung einer Kettenfiliale haben, vermitteln den Endverbrauchern nicht mehr das Gefühl: Hier arbeitet ein selbstständiger Apotheker.“


Lothar Klein


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