Apothekerverband Brandenburg

Gesundheitskarte für Asylbewerber sinnvoll

Berlin - 13.02.2015, 16:15 Uhr


In Brandenburg sollen Asylsuchende schon bald eine Gesundheitskarte bekommen. Landessozialministerin Diana Golze (Linke) will sie im Alleingang einführen und nicht auf eine Regelung vom Bund warten. „Wir wollen, dass Asylsuchende damit ganz normal ohne großen bürokratischen Aufwand zum Arzt gehen können“, sagte Golze Anfang der Woche. Vonseiten der Brandenburger Apotheker erhält sie dafür Unterstützung.

Bei der aktuellen Versorgungsstruktur im Krankheitsfall sind aus Sicht des Verbands Probleme und Komplikationen sowohl für die Asylsuchenden, als auch für Ärzte und Apotheker vorprogrammiert. Bislang müssen Asylsuchende jede Behandlung vor dem Arztbesuch bei den Sozialbehörden beantragen und spezielle Berechtigungsscheine abholen. Arzneimittel darf der Arzt nur auf einem Privatrezept verordnen. Für Asylsuchende bedeutet das einen erneuten Gang zum Amt, denn vor Abgabe des Arzneimittels muss die Kostenübernahme bestätigt werden. Erst dann erhalten sie das Medikament in einer Apotheke.

Der AVB hält die Pläne der Landesministerin für sinnvoll: „Wenn Menschen bei uns Asyl suchen, haben sie meist nicht die Sprachkenntnisse, um dieses komplexe Verfahren zu verstehen. Deshalb ist es durchaus möglich, dass der Arztbesuch zwar noch wahrgenommen wird, aber dass die notwendigen Medikamente später nicht mehr abgeholt werden“, gibt AVB-Vorstandsmitglied Antje Brüssow zu bedenken. Zudem seien die Wege einfach zu viele und je nach Unterbringungsort auch zu lang und somit für einen kranken Menschen kaum zumutbar.

Bund und Länder verhandeln derzeit in einer Arbeitsgruppe über die Gesundheitskarte für Asylsuchende. Einige Länder fordern, dass Asylbewerber als regulär Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden. Die Bundesregierung reagierte darauf allerdings zurückhaltend. Bislang gibt es die Gesundheitskarte für Asylbewerber in Bremen und Hamburg. Jetzt soll Brandenburg folgen. Zur Einführung der Chipkarte in Brandenburg liefen bereits intensive Verhandlungen der AOK Nordost mit den Landkreisen, sagte Golze der Nachrichtenagentur dpa.


Juliane Ziegler


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