Wohin mit Altarznei?

Verbraucherportal für saubereres Wasser

Berlin - 10.02.2015, 15:00 Uhr


In unseren Gewässern befindet sich eine Vielzahl von Stoffen, unter anderem Rückstände von Medikamenten. Allerdings sind Kläranlagen dafür nicht ausgerichtet. Umso bedenklicher ist, dass knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland Altmedikamente über das Waschbecken oder die Toilette entsorgt. Zu diesem Ergebnis kommt eines von zwölf Projekten, die das Bundesforschungsministerium mit 31 Millionen Euro gefördert hat. Eine neue Internetseite soll für mehr Aufklärung sorgen.

„Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen überhaupt“, betont Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Umso wichtiger sei es, Wasser vor Verschmutzung zu schützen oder wirksam zu reinigen. Einen wertvollen Beitrag dazu leisten aus Sicht der Ministerin die zwölf Projekte: Als gut erwiesen habe sich dabei, dass verschiedene Akteure aus Forschung und Wirtschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung eng zusammenarbeiteten. „So kann es uns auch gelingen, das gewonnene Wissen auch international zum Schutz des Wassers einzusetzen.“

Ein Schwerpunkt der entwickelten Lösungsansätze war die Nachsorge: Verschiedene Projekte untersuchten, wie bereits ins Wasser gelangte Spurenstoffe durch zusätzliche Reinigungsschritte in Kläranlagen entfernt werden können. In einem anderen Projekt wurde ein Verfahren entwickelt, um Abwässer aus Pflegeheimen und Krankenhäusern direkt vor Ort zu behandeln und Arzneimittel-Reststoffe zu entfernen. Wieder ein anderes entwickelte ein Messsystem für Antibiotika im Abwasser und erarbeitete ein Fortbildungsprogramm für Ärzte, das zum sparsamen Einsatz von Antibiotika anregen soll.

Ein weiterer wichtiger Punkt waren Überlegungen und Ansätze zur Vorbeugung: So wurde etwa eine Internetplattform entwickelt, die Verbraucher darüber informieren soll, wo sie Arzneimittel abgeben können. Die Internetseite www.arzneimittelentsorgung.de soll nach Angaben des Bundesforschungsministeriums noch heute online gehen. „Die entwickelten Lösungen sind sehr praxisnah“, freut sich die Forschungsministerin. Für das Programm RiSKWa hat das BMBF von 2011 bis 2015 rund 31 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.


Juliane Ziegler


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