Pharmamarkt Schweiz

Generika holen langsam auf

Remagen - 30.01.2015, 15:14 Uhr


Der Arzneimittelmarkt der Schweiz stagnierte 2014 auf Vorjahresniveau. Dies meldet der schweizerische Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen Interpharma. Mengenmäßig ging der Markt um 0,1 Prozent auf 209,3 Millionen Packungen zurück. In 2013 war noch ein Plus von 2,9 Prozent zu verzeichnen. Wertmäßig erhöhte er sich laut einer IMS Health-Analyse leicht um 28 Millionen (+0,6 %) auf 5,1 Milliarden Schweizer Franken zu Herstellerabgabepreisen.

Die Entwicklung im letzten Jahr ist nach der Interpretation von Interpharma in erster Linie auf die regelmäßigen Preisüberprüfungen der Originalmedikamente, aber auch auf das Wachstum im Generika-Sektor und den Preiswettbewerb im patentfreien Bereich zurückzuführen. Alle Preisänderungen hätten das Umsatzergebnis mit minus 4,6 Prozent beeinflusst, heißt es in der Mitteilung von Interpharma. Diese Differenz sei durch die Einführung neuer Produkte und Indikationserweiterungen sowie durch Volumenänderungen kompensiert worden.

Der kassenzulässige Markt, das heißt der Medikamente in der Spezialitätenliste, hat laut IMS Health einen Wert von 4,16 Milliarden Schweizer Franken. Rund die Hälfte entfällt auf die Apotheken, etwa 26 Prozent auf die Praxisärzte, und knapp 23 Prozent auf die Kliniken. Den Zuwachs in diesem Markt in 2014 beziffert der Verband mit rund 31,5 Millionen (+0,8 %) Franken. Als Folge der Einführung neuer Hepatitis C-Medikamente legten die antiviralen Mittel mit knapp fünf Prozent wertmäßig am stärksten zu, gefolgt von den Krebsmedikamenten und Therapeutika zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen (je +4 %).

Der generikafähige Anteil am Kassen-Markt beläuft sich unter dem Strich auf 41,3 Prozent. Hiervon erfasst sind alle Generika sowie Originale mit abgelaufenem Patentschutz – und zwar solche mit und solche ohne Generika. Der Generikamarkt ist weiter gewachsen und hat in 2014 ein Volumen von 14,2 Prozent am kassenpflichtigen Markt erreicht. 13 Prozent dieses Marktes besetzen aber immer noch Produkte mit abgelaufenem Patentschutz ohne Generika. Hier besteht demnach noch einiges an Potenzial.

Patentfreie Originale ohne Generika nehmen auch mengenmäßig den größten Raum ein (33 % der Packungen), gefolgt von den Generika mit 24,2 Prozent und den Originalen mit abgelaufenem Patentschutz und mindestens einem Generikum (18,6 %). Lediglich 8,2 Prozent der Packungen sind patentgeschützte Produkte. Sie halten allerdings wertmäßig mehr als die Hälfte des kassenpflichtigen Marktes.


Dr. Helga Blasius


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