Impfallianz Gavi in Berlin

Deutschland gibt 600 Millionen Euro für Impfungen

Berlin - 28.01.2015, 09:49 Uhr


Deutschland will der globalen Impfallianz Gavi mit 600 Millionen Euro von 2016 bis 2020 mehr Geld zur Verfügung stellen als bislang angekündigt. Insgesamt kamen bei der Wiederauffüllungskonferenz am Dienstag in Berlin 7,539 Milliarden US-Dollar (knapp 6,67 Mrd. Euro) zusammen. Die Hoffnungen der Impfallianz auf 7,5 Milliarden US-Dollar wurden somit übertroffen. Diese Summe benötigt Gavi, um 300 Millionen Kinder etwa gegen Keuchhusten, Masern und Lungenentzündung zu impfen. Dadurch könnten bis zu sechs Millionen Todesfälle verhindert werden.

Es sei auch angesichts der Herausforderungen durch Ebola entschieden worden, den Beitrag für die kommende Periode zu erhöhen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Konferenz. Deutschland hatte im November angekündigt, der Impfallianz bis 2020 rund 500 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Jedes Jahr sterben 6,3 Millionen Kinder, wie Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte. „Über die Hälfte könnte noch leben, durch einfache Maßnahmen wie beispielsweise Impfen oder sauberes Wasser, Moskito-Netze, Basismedikamente oder bessere Ernährung.“ Die Millennium-Entwicklungsziele seien nicht ausreichend erreicht worden. Statt etwa die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu reduzieren, sei sie nur um knapp die Hälfte gesunken.

Der Schlüssel zur Verringerung der Kindersterblichkeit sind Impfungen, wie Bill Gates betonte. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung ist der wichtigste private Geldgeber Gavis. Gates sagte der Impfallianz 1,55 Milliarden US-Dollar zu. Es gelte für Gavi in den kommenden Jahren vor allem, die Impfquote in Entwicklungsländern zu erhöhen. Merkel plädierte auf der ersten internationalen Konferenz im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft auch für ein verbessertes globales Krisenmanagement. Sie will mit Blick auf die Ebola-Epidemie in Westafrika den Vereinten Nationen unter anderem ein schnell einsatzbereites Team aus Ärzten und Pflegekräften vorschlagen.

Druck auf Pharmaindustrie

Hilfsorganisationen wie One, Plan International und World Vision lobten das Engagement. „Es freut uns besonders, dass Deutschland auf den letzten entscheidenden Metern noch einen Endspurt hingelegt hat“, erklärte Tobias Kahler, Deutschlanddirektor von One. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte Merkel auf, zusammen mit den anderen Geberländern Druck auf die Pharmaunternehmen auszuüben, die Preise für Impfstoffe deutlich zu senken. Etwa drei Viertel des auf der Konferenz zugesagten Geldes sollen in Impfkampagnen fließen, wie Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley sagte. Außerdem sollen die Gesundheitssysteme vor Ort unterstützt werden. Seit der Entstehung 2000 habe Gavi etwa 500 Millionen Kinder geimpft.


dpa-AFX/DAZ.online


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