Verband der Arzneimittelimporteure

Studie: Es steckt noch Einsparpotenzial in Importen

Berlin - 26.01.2015, 17:02 Uhr


Seit einigen Monaten wird der Ruf nach Abschaffung der Import-Förderregelung immer wieder laut: Apotheker sehen sie ebenso kritisch wie forschende Arzneimittelhersteller. Selbst unter den Kassen finden sich Gegner der Importquote. Grund genug für den Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands die Prognos-Studie „Import von Arzneimitteln – Einsparungen für das Gesundheitswesen in Deutschland“ erneut aufzulegen. Mit ihr wollen die Importeure zeigen, dass die Regelung sehr wohl ihre Berechtigung hat.

2007 hatte der VAD die Studie schon einmal durchführen lassen. Nun hat Prognos erneut gerechnet und verglichen. Grundlage hierfür waren Daten von Insight Health aus den Jahren 2013 und 2014 (bis einschließlich August). Danach haben Importarzneimittel 2013 direkt 174 Millionen Euro eingespart – 2006 waren es noch 122 Millionen Euro. Den Studienautoren zufolge wäre allerdings noch mehr drin gewesen: Das Einsparpotenzial für 2013 beziffern sie auf 229 Millionen Euro. Für 2014 kommt Prognos auf realisierte Einsparungen von 222 Millionen Euro (ab September 2014 wurde geschätzt), theoretisch möglich gewesen wären 343 Millionen Euro. Bei den potenziellen Einsparungen rechnen die Autoren auch solche ein, die sich bei einem Austausch Original durch Import ergeben, wenn der Preisabstand weniger als 15 Prozent beträgt. Neben den direkten Einsparungen gebe es überdies indirekte Einsparungen: Sie betreffen Importpräparate ohne Originalbezug. Sie beziffert Prognos für 2013 auf weitere 18,5 Millionen Euro bzw. 19,4 Millionen Euro im Jahr 2014.

Die Studie weist ferner darauf hin, dass Krankenkassen zunehmend auch Rabattverträge über patentgeschützte Arzneimittel schließen, die lediglich in Konkurrenz zu Importarzneimitteln stehen. Daher, so die Schlussfolgerung, seien die Einsparungen der Kassen mit diesen Rabattverträgen teilweise auf die Existenz von Importarzneimitteln zurückzuführen; denn Originalhersteller versuchten mit dem Abschluss der Verträge, ihre Marktanteile zu erhöhen.

VAD: effektives Wettbewerbsinstrument

Da die Finanzierung der GKV ein Dauerthema ist, ist der VAD überzeugt, dass funktionierende Sparinstrumente auch weiterhin ihre Berechtigung haben werden und gegebenenfalls ausgebaut werden müssen. Importe hätten sich in mehr als 35 Jahren als effektives Wettbewerbsinstrument im patentgeschützten Segment etabliert. Und auch trotz der Verbreitung der Rabattverträge in den letzten Jahren hätten die durch sie erzielten Einsparungen zugenommen. Gerade auch durch die gezielte gesetzliche Förderung sei der Marktanteil der Importe in den letzten 20 Jahren deutlich gewachsen. Zudem steige die Zahl der Anbieter im Importmarkt – und damit auch der Preiswettbewerb.

Vergleich mit anderen Sparinstrumenten

Angesichts der GKV-Gesamtausgaben für Arzneimittel (2013 waren es rund 32 Milliarden Euro, in den ersten drei Quartalen 2014 mehr als 26 Milliarden Euro) sowie im Vergleich zu anderen Sparinstrumenten wirken die Einsparungen durch Importarzneimittel allerdings doch eher bescheiden. So haben etwa Rabattverträge zwischen Herstellern und Krankenkassen schon in den ersten neun Monaten 2014 mehr als 2,2 Milliarden Euro gespart. Die gesetzlichen Herstellerrabatte beliefen sich in den ersten drei Quartalen auf mehr als 1,2 Milliarden Euro. Die Apotheken sorgten in diesem Zeitraum über den Kassenabschlag für Einsparungen von mehr als 810 Millionen Euro.


Kirsten Sucker-Sket


Das könnte Sie auch interessieren

Kohlpharma kontert mit Studie zu Einsparungen für Importarzneimittel

Roche stellt sich gegen Importförderung

AOK Baden-Württemberg hält Importquote für überholt, Importeure sind empört

Für und Wider Importarzneimittel

Apotheker und AOK Ba.-Wü. wollen keine Quote mehr – Arzneimittelimporteure reagieren gereizt

Importeure verteidigen Quote

Arzneimittelversorgungsvertrag Bayern

Importeure schalten Gesundheitsministerium ein

Streit um Importförderung

Importeure schreiben an Hermann

Bürokratieentlastungsgesetz

Bundesrat hält an Importquote fest

Nutzenbewertung neuer Arzneimittel

Kohlpharma: Importe sparen mehr