AMTS in Nordrhein-Westfalen

Kammern betonen Bedeutung der Stammapotheke

Berlin - 21.01.2015, 15:50 Uhr


Die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe begrüßen, dass sich ihre Landesgesundheitsministerin massiv dafür einsetzt, die AMTS zu erhöhen. AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening und Lutz Engelen, Präsident der AK Nordrhein, können dies nur unterstützen. Zugleich betonen sie, dass ein „einfaches und wichtiges Mittel“ zur Erhöhung der AMTS die Wahl einer Stammapotheke sei.

„Gerade für die 1,5 Millionen NRW-Bürger, die täglich fünf oder mehr Medikamente einnehmen, ist die Arzneimitteltherapie mitunter ein Risikoprozess“, erklären Overwiening und Engelen in einer gemeinsamen Erklärung. Um Gefahren zu reduzieren, empfehlen sie die Stammapotheke. Dazu verweisen sie auf eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Pittsburgh/USA, die im „Journal of the American Geriatrics Society“ veröffentlicht wurde. Danach halten sich Patienten, die ihre Rezepte in nur einer Apotheke einlösen, besser an ihre Therapie als Patienten, die ihre Medikamente von mehreren Apotheken beziehen. Beim regelmäßigen Besuch einer Stammapotheke entstehe ein Vertrauensverhältnis, das die Therapietreue fördere, so die Erklärung. Auch das Risiko für Wechselwirkungen sei geringer.

Den Apothekerkammern zufolge haben in Nordrhein-Westfalen bereits zwei Drittel der Patienten eine Stammapotheke. Für Engelen und Overwiening eine richtungsweisende Entscheidung, denn: „Die Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen wird Jahr für Jahr weiter zunehmen – wie auch der Anspruch dieser Menschen, in ihrem gewohnten Wohnquartier eine menschenwürdige Versorgung zu erhalten. Dafür müssen Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte künftig enger zusammenarbeiten. Dem Apotheker kommt in diesem heilberuflichen Netzwerk als Lotse durch den Arzneimittel-Dschungel eine zentrale Aufgabe zu.“ Die Kammern verweisen überdies auf ihre bundesweit beachteten Projekte ATHINA („Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken“) und das AMTS-Ausbildungsmodell. Dies seien längst keine Modellvorhaben mehr, sie seien bereits „in der Mitte der Apothekerschaft angekommen“.


Kirsten Sucker-Sket


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