Apothekenmarkt im Oktober

Versandhandel lebt nur noch vom OTC-Geschäft

Berlin - 17.12.2014, 10:14 Uhr


Im Versandhandel mit Arzneimitteln setzte sich im Oktober die seit langem zu beobachtende gespaltene Marktentwicklung mit verschärftem Tempo fort. Das mittlere Wachstum beruht erneut ausschließlich auf dem OTC-Segment. Rx-Arzneimittel verlieren noch stärker als im Vormonat und spielen kaum noch eine Rolle. Insgesamt verbuchte der Versandhandel laut aktuellen Zahlen von IMS Health im Oktober 2014 ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 71 Millionen Euro. Im September betrug das Gesamtwachstum noch acht Prozent.

Das Umsatzplus verdankt der Versandhandel ausschließlich der Steigerung bei OTC-Präparaten mit einem satten Plus von 13 Prozent. Verschreibungspflichtige Arzneimittel verloren erneut sehr stark mit einem Minus von 13 Prozent.

Die aktuelle Mengenentwicklung im Versandhandel korrespondiert mit der Wertentwicklung: Im Oktober 2014 gelangten sieben Prozent mehr Arzneimittelpackungen über den elektronischen/telefonischen Bestellweg zum Verbraucher als im Vorjahresmonat. Der Markt der rezeptfreien Präparate wuchs um zehn Prozent auf 8,3 Millionen Packungen, während der Absatz von Rx-Arzneien um 12 Prozent auf nur noch 400.000 Stück zurückging.

Besonders nachgefragt waren im Oktober die innerhalb der absatzstärksten Kategorien angesiedelten topischen Schnupfenmittel (+12 %), Schmerzmittel (+8 %) und Schlaf-/Beruhigungsmittel (+17 %). 

Im gesamten Zeitraum Januar bis Oktober 2014 belief sich der Versandhandels-Umsatz mit Arzneimitteln auf 647 Millionen Euro. Dies entspricht laut IMS Health einer Steigerung um ebenfalls sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gut drei Viertel des Umsatzes kommt aus dem Bereich der rezeptfreien Präparate. 

Der Umsatz mit verordnungspflichtigen Präparaten verringerte sich von Januar bis Oktober um neun Prozent. Rx-Arzneimittel verloren im kumulierten Zeitraum Januar bis Oktober 2014 nach Menge um zehn Prozent auf nur noch 3,7 Millionen Packungen. Der Grund hierfür dürfte laut IMS Health in fehlenden Kaufanreizen liegen. In den ersten zehn Monaten stieg hingegen der OTC-Umsatz des Versandhandels um 11,3 Prozent auf 502,6 Millionen Euro. Der OTC-Absatz legte um 6,8 Prozent auf 72,3 Millionen Packungen zu. 


Lothar Klein


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