Apothekenmarkt im Oktober

Apothekenabsatz setzt leichte Erholung fort

Berlin - 16.12.2014, 11:57 Uhr


Nach der ferienbedingten Sommerdelle hat der Apothekenmarkt im Oktober seine vorsichtige Erholung fortgesetzt. Im Oktober 2014 gingen 136 Millionen Packungen Arzneimittel über den HV-Tisch. Das entspricht einem Plus von drei Prozent. Im September betrug der Packungszuwachs noch fünf Prozent. Das geht aus aktuellen Marktanalysen von IMS Health hervor.

Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln fiel die Entwicklung im Oktober dagegen mit nur einem Prozent Zuwachs auf 64 Millionen Packungen schwächer aus. IMS-Hintergrundanalysen zeigen, dass im Oktober innerhalb der führenden zehn Arzneimittelkategorien nur Schmerzmittel einen nennenswerten Mengenzuwachs aufwiesen (+6%). Weitere Gruppen innerhalb der „Top 10“ stagnierten (nicht-steroidale Antirheumatika, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer) oder legen nur im niedrigen einstelligen Bereich zu (Beta-Blocker +1%, Thyreoidpräparate +3%, Ulkustherapeutika +3%, Diuretika +1 % und Antidepressiva +2%).

OTC-Produkte verbuchten im Oktober 2014 ein mittleres Wachstum nach Wert (+6%) und Menge (+5%). Insgesamt gingen 71 Millionen Packungen im Wert von 400 Millionen Euro über die HV-Tische der Apotheken. IMS-Analysen zeigen, dass im aktuellen Monat der Verbrauch von topischen Schnupfenmitteln (+4%) und Erkältungspräparaten ohne antiinfektive Komponente (+10%), die zu den absatzstärksten OTC-Kategorien gehören, wieder deutlich zugenommen hat.

Entwicklung Januar bis Oktober

Anhand der kumulierten Daten Januar bis Oktober lässt sich bereits eine erste Abschätzung der Jahresentwicklung vornehmen: Der Gesamtumsatz des Apothekenmarktes (ApU abzüglich Hersteller-Zwangsrabatten, ohne Einsparungen aus Rabattverträgen) legte zwar um elf Prozent auf 24,6 Milliarden Euro zu. Dies ist aber fast komplett dem zu Jahresbeginn gesunkenen Herstellerrabatt für patentgeschützte Arzneimittel ohne Festbetrag zuzuschreiben und sagt kaum etwas über die reale Entwicklung aus.

Der Absatz bemessen nach Packungsstückzahlen sank hingegen in den ersten zehn Monaten um 0,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Stück. Dabei legten laut IMS Health rezeptpflichtige Arzneimittel nach Stückzahl leicht um 0,5 Prozent auf 604 Millionen Packungen zu. Der OTC-Absatz sank hingegen um 1,9 Prozent auf nur noch 652 Millionen Packungen. 

In den ersten zehn Monaten 2014 verbuchten die nach Menge führenden drei Arzneimittelgruppen Schmerzmittel (-2%), topische Schnupfenmittel (-2%) und Auswurfmittel ohne antiinfektive Komponente (-19%) Rückgänge. Rund ein Fünftel aller in der Apotheke abgegebenen Packungen stammen laut IMS Health aus einer dieser drei Kategorien, weshalb sich ihre Marktentwicklung entsprechend auf die des gesamten Segments auswirkt.

Die Zuwächse in anderen Bereichen wie bei Beta-Blockern, Ulkustherapeutika und topischen Antirheumatika gleichen die Rückgänge nicht aus. Die am stärksten wachsende Arzneimittelgruppe sind Schlaf- und Beruhigungsmittel mit einem Plus von 5 Prozent. „Seit der Lockerung des Heilmittelwerbeverbotes im Oktober 2012 dürfen pflanzliche Präparate dieser Art beim Verbraucher beworben werden. Diesem Umstand dürfte sich ein Großteil des Zuwachses bei Hypnotika und Sedativa verdanken“, so IMS Health.


Lothar Klein


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