Todesursachen in der EU

Jeder Vierte stirbt an Krebs

Remagen - 27.11.2014, 10:03 Uhr


Im Jahr 2011 waren Krebserkrankungen in den 28 EU-Mitgliedstaaten für rund 1,28 Millionen, das heißt mehr als ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Dies zeigen die aktuell vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) veröffentlichten Daten. Zwar ist die Gesamtzahl der Todesfälle in der EU-Bevölkerung in den letzten zehn Jahren mit - 0,5 Prozent geringfügig zurückgegangen, aber die Anzahl der Todesfälle durch Krebs stieg um 6,3 Prozent an. Die häufigste Krebsdiagnose lautete Lungenkrebs.

Obwohl die Zunahme bei den Frauen etwas schneller erfolgte als bei Männern, blieb die Zahl der durch Krebs verursachten Todesfälle in der männlichen Bevölkerung höher als in der weiblichen (718.000 gegenüber 563.000). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung starb in den Niederlanden, in Slowenien und Irland fast jeder Dritte an Krebs, in siebzehn Mitgliedstaaten, darunter auch in Deutschland, nur etwa jeder Vierte.  

Betrachtet man die Altersgruppen, so entfiel in der Altersgruppe unter 65 Jahren über ein Drittel (37,1 %) aller Todesfälle auf Krebserkrankungen. In den Niederlanden, in Italien und Spanien war fast jeder zweite Todesfall unter 65 ein Krebstoter. Bei den 65-jährigen und älteren lag der Anteil an allen Todesfällen in der EU28 dagegen im Schnitt lediglich bei knapp 24 Prozent.

Mit einem Fünftel war der Lungenkrebs in allen Mitgliedstaaten die häufigste Krebserkrankung mit Todesfolge, gefolgt von Dickdarmkrebs (11,9 %), Brustkrebs (7,2 %), Bauchspeicheldrüsenkrebs (6,1 %) und Prostatakrebs (10,2 % aller Krebstoten in der männlichen Bevölkerung).

In Deutschland liegen die Anteile der einzelnen Krebsarten an den gesamten Todesfällen für Lunge und Dickdarm auf dem Niveau der EU28, für Brust (8,1 %) und Bauchspeicheldrüse (7,2 %) dagegen leicht darüber. Hinsichtlich Brustkrebs weisen nur Belgien, die Schweiz und Zypern höhere Anteil auf.

Eurostat erhebt die Todesursachenstatistik aufgrund einer Liste von 86 verschiedenen Todesursachen.


Dr. Helga Blasius