„Pille danach“: Gröhe schwenkt um

„Apothekerberatung der richtige Weg“

Berlin - 21.11.2014, 17:56 Uhr


Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich lange gegen die Entlassung der „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht gesträubt. Doch nachdem der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur sich heute dafür ausgesprochen hat, ellaOne® freizugeben, scheint der Minister einzulenken: Wenn die Beratung wegen einer Entscheidung aus Brüssel nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden müsse, erklärte er, sei die apothekerliche Beratung auch der richtige Weg.

„Wir werden die Empfehlungen des EU-Arzneimittelausschusses genau prüfen und die EU-Entscheidungsfindung weiter verfolgen“, so Gröhe. „Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate aus einer Hand sicherzustellen.“ Damit dürfte er ellaOne® (Ulipristalacetat) und die PiDaNa® (Levonorgestrel) meinen. „Wenn diese Beratung aufgrund einer Brüssler Entscheidung zukünftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden muss, ist eine intensive Beratung auch in den Apotheken der richtige Weg.“

Seit Jahren wird im Deutschen Bundestag über die Freigabe der „Pille danach“ gestritten – überwiegend geht es dabei um die LNG-haltige PiDaNa®. Die Opposition fordert die Freigabe. Die SPD im Grunde auch – seit sie in der Großen Koalition ist, verzögert sie allerdings eine Entscheidung über verschiedene Anträge von Linken und Grünen im Gesundheitsausschuss von Woche zu Woche mit der Begründung, es bestehe noch Diskussionsbedarf. Damit könnte es nun vorbei sein: Sollte die EU-Kommission die ellaOne®-Freigabe umsetzen, will Gröhe „die Frauenärzte, die Apotheken und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dazu einladen, gemeinsam Kriterien für eine qualitativ hochwertige Beratung zu entwickeln“.


Juliane Ziegler


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