Resolution der Pharmazieräte

„Mehr Pharmazie in der täglichen Berufsausübung“

Stuttgart - 17.11.2014, 12:36 Uhr


Die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) „sieht die Zukunft des Apothekerberufs als akademischen Heilberuf“, heißt es in der heute veröffentlichten Resolution der APD. Essenzielle Voraussetzung dafür sei mehr Pharmazie in der täglichen Berufsausübung: Apotheken müssen schon beim Betreten als solche erkennbar sein und eine Beratung muss bei jeder Abgabe angeboten werden. Außerdem beschäftigt sich die Resolution mit der Geräteausstattung der Apotheke.

Die APD begrüßt in einer auf ihrer Jahresversammlung in Bremen einstimmig beschlossenen Resolution das Perspektivpapier Apotheke 2030 ausdrücklich. Insbesondere die damit verbundene Stärkung der pharmazeutischen Ausrichtung des Berufs hebt das Papier hervor. Diese heilberufliche Ausrichtung müsse sich auch in der Gestaltung der Offizin wiederfinden: Bereits beim Betreten müsse eine Apotheke „als Ort der Arzneimittelabgabe und -beratung erkennbar sein.“ Dabei stören sich die Pharmazieräte wohl an mancher „modernen“ Apothekengestaltung. Vor allem der HV-Tisch muss nach ihrem Willen „einfach und direkt“ erreichbar sein.

Ebenfalls betont wird in der Resolution die Beratungspflicht der Apotheker. Der Beratungsbedarf des Patienten sei bei jeder Arzneimittelabgabe festzustellen. Das gelte für alle Arzneimittel, unabhängig von ihrem Zulassungsstatus – auch für die freiverkäuflichen. Denn die strukturierte Beratung aller Kunden und Patienten sei eine unverzichtbare Aufgabe im Rahmen des Versorgungsauftrags. In der Resolution wird angekündigt, dass die Pharmazieräte den Bereich Beratung bei den Revisionen zukünftig verstärkt kontrollieren wollen.

Analytik und Ausstattung

Immer mehr Apotheken nutzen Nahinfrarot (NIR) zur Analytik. Dabei handle es sich um eine anerkannte Prüfmethode nach Arzneibuch, stellt die Resolution fest. Allerdings sei eine ausreichende Validierung der Geräte notwendig. Und eine Apotheke kann nicht ausschließlich auf NIR setzen, „ergänzende Möglichkeiten zur Identitätsprüfung müssen in der Apotheke vorhanden sein“. Denn nicht alle Stoffe ließen sich mit NIR mit ausreichender Sicherheit bestimmen. Die Resolution nennt anorganische Salze, fette Öle und davon abgeleitete Zubereitungen sowie TCM-Drogen und daraus hergestellte Granulate.

Auch der „normalen“ Rezepturausstattung widmet sich das Papier: Zukünftig sollen in jeder Apotheke Fantaschalen aus Glas oder Metall vorhanden sein – das bisher hauptsächlich verwendete Melamin könne durch Arzneistoff-Adsorbtion Kreuzkontaminationen verursachen und sei nicht säure- und hitzebeständig, heißt es zur Begründung. Außerdem muss eine Grundausstattung an Primärverpackungen vorhanden sein, unter anderem Einmalgießfolien für Zäpfchen und Ovula sowie Dosierhilfen für Peroralia.

Die Resolution im Wortlaut finden Sie hier.


Dr. Benjamin Wessinger


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