Quartalsbilanz

Stada trotz Sorgen optimistisch

Berlin - 13.11.2014, 15:40 Uhr


Trotz eines schwierigen Marktumfeldes in Deutschland und Russland konnte der Arzneimittelhersteller Stada in den ersten neun Monaten seinen Umsatz um vier Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro steigern – vor allem wegen des Zukaufs des britischen Herstellers Thornton & Ross. Auch wegen des Verzichts von Firmenchef Hartmut Retzlaff auf einen Teil seiner Pensionsansprüche konnte Stada mit 99,1 Millionen Euro einen um zehn Prozent höheren Gewinn als in der gleichen Vorjahresperiode ausweisen.

Insgesamt bestätigte Stada damit seine Jahresprognose und sorgte bei Analysten für eine positive Überraschung. Noch im März hatte Stada wegen des Ukraine-Konflikts den Ausblick gesenkt.

Der Umsatz mit Generika verringerte sich um ein Prozent auf 884 Millionen Euro, was vor allem – wie schon im ersten Halbjahr – an den Märkten in Deutschland und Russland lag. In Deutschland macht Stada vor allem der harte Wettbewerb mit Rabattverträgen zu schaffen. Beim Umsatz der Markenprodukte wie dem Grippemittel Grippostad verzeichnete Stada allerdings nach neun Monaten ein Plus von 13 Prozent auf 566 Millionen Euro. Damit leisteten Markenprodukte einen Beitrag von 38,2 Prozent zum Konzernumsatz (Vorjahr: 35%).

Beim Sorgenkind Russland, das bereits im ersten Halbjahr wegen der Ukraine-Krise und ihren Folgen auf die russische Wirtschaft schwächelte, brachen die Erlöse wegen des andauernden Absturzes der heimischen Währung um 19 Prozent auf 236 Millionen Euro ein. Auf seinem zweitwichtigsten Markt geht Stada unverändert von einem herausfordernden Umfeld aus, sieht jedoch auch weiterhin Chancen auf eine Belebung im vierten Quartal, wie Unternehmenschef Hartmut Retzlaff auf einer Telefonkonferenz bekräftigte. Die Oktober-Umsätze stimmten zuversichtlich.

Retzlaffs Pensionsansprüche, die nun an einen externen Fonds ausgelagert wurden, summieren sich nach über 20 Dienstjahren als Chef nach dem Verzicht noch auf rund 24 Millionen Euro. Retzlaff verzichtet freiwillig auf 15,9 Millionen Euro seiner Pensionsansprüche. Damit leistet er einen erheblichen Beitrag zum Gewinnsprung.


Lothar Klein


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