Koalitionsvertrag Sachsen

Lichtblick für die Pharmazie in Leipzig

Berlin - 04.11.2014, 09:52 Uhr


Lange hieß es warten und hoffen – jetzt gibt es tatsächlich einen konkreten Anlass: In ihrem ausgehandelten Koalitionsvertrag „Sachsens Zukunft gestalten“ kündigen CDU und SPD an, auf den geplanten Abbau von 754 Stellen zu verzichten. Das könnte bedeuten, dass das Pharmazeutische Institut der Universität Leipzig doch nicht geschlossen werden muss. Allerdings gibt es Bedingungen.

„Hochschulbildung, Wissenschaft und Forschung sind von herausragender Bedeutung für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung“, heißt es im Koalitionsvertrag von SPD und CDU Sachsen für die Jahre 2014 bis 2019. „Wir machen uns für ein breites Fächerspektrum, von den Geisteswissenschaften bis zu den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) stark“ und „Wir werden gemeinsam mit den Hochschulen an einem überregionalen Konzept für die ‚Kleinen Fächer‘ arbeiten.“

Zur langfristigen Sicherung der 14 staatlichen Hochschulen des Landes sei es erforderlich, dass diese ihr Studienangebot „qualitativ und quantitativ überprüfen und effizient strukturieren“. Daher soll der – derzeit bis 2020 vereinbarte – Sächsische Hochschulentwicklungsplan bis 2025 im Dialog mit den Hochschulen fortgeschrieben werden. Die Ziele: eine bessere Verzahnung innerhalb der Regionen und eine Schwerpunktsetzung für jeden Hochschulstandort – unter Berücksichtigung des jeweiligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedarfs. Zur Umsetzung sollen dafür mit den einzelnen Hochschulen Zielvereinbarungen abgeschlossen werden.

Dabei, heißt es weiter, sei es zur Aufrechterhaltung des Qualitätsanspruchs erforderlich, die Entwicklung der Studierendenzahlen im Jahr 2025 an einer Zielgröße von 95.000 Studierenden zu orientieren. Sollten sich die Hochschulen mit dem Freistaat bis Ende 2016 auf eine entsprechende Planung verständigen, sei man „zum Abschluss einer langfristigen Zuschussvereinbarung mit einer Laufzeit bis 2025 bereit und wird auf den geplanten Stellenabbau von 754 Stellen ab 2017 verzichten“. Falls nicht, bliebe es beim Stellenabbau – dieser würde dann schrittweise nach den jeweiligen Studierendenzahlen auf die Hochschule(n) verteilt, die sich an der Vereinbarung nicht beteiligen.

„Ich freue mich, dass die künftige Koalition die Bedeutung der Hochschulen für das Land deutlich hervorgehoben hat“, freut sich Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig, in einer Mitteilung. Nun sei absehbar, dass der schmerzliche Stellenabbau ab 2017 zu einem Ende komme. „Ein für die Hochschulen sehr bedrohliches Szenario gehört damit wohl der Vergangenheit an.“ Gleichwohl ist man in Leipzig vorsichtig: Es bleibe abzuwarten, erklärt Schücking weiter, wie die Vereinbarungen am Ende aussähen.

Denn trotz der positiven Ankündigung bleiben auch Punkte unklar. Angesichts stetig wachsender Bewerberzahlen stellt sich etwa die Frage, welche Auswirkungen es haben wird, dass langfristig die Zielgröße von 95.000 Studierenden ausschlaggebend sein soll. Schließlich sind es nach Angaben der Studentenwerke Sachsens aktuell rund 113.000. Im Pharmazeutischen Institut selbst hält man sich noch bedeckt – und will zunächst die Besetzung der Ministerposten abwarten. Außerdem muss sich die Universität Leipzig auch tatsächlich mit der Landesregierung auf eine Zielvereinbarung einigen, erst dann könnte das Institut vor der Schließung verschont bleiben.


Juliane Ziegler


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