Pharmastandort NRW

vfa lobt: NRW bietet Zukunft für Arzneimittelhersteller

Berlin - 31.10.2014, 13:42 Uhr


Normalerweise hört man von Arzneimittelherstellern in Deutschland eher Kritik und Klagen über die Rahmenbedingungen für die heimische Produktion. Darüber führt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) derzeit seinen „Pharma-Dialog“. Jetzt wartet überraschend der Herstellerverband vfa mit einer Erfolgsmeldung auf. Unter der Überschrift „Starke Zahlen!“ lobt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen überschwänglich Nordrhein-Westfalen als Top-Standort.

Neben Baden-Württemberg und Hessen gehöre Nordrhein-Westfalen „zu den Top-3-Standorten der pharmazeutischen Industrie in Deutschland“. Das sei das Ergebnis einer Standortanalyse des Institutes der Deutschen Wirtschaft in Köln, die im Auftrag des Verbandes der Forschenden Pharma-Unternehmen erstellt wurde. Beschäftige, Umsatz, Investitionen und Produktion seien zum Teil kräftig gestiegen. „Die Pharmaindustrie in Nordrhein-Westfalen ist auf Wachstumskurs: Zwei Prozent Beschäftigungswachstum, acht Prozent Umsatzwachstum, fünf Prozent Zuwachs bei Investitionen und ein Plus von 17 Prozent in der Produktion sprechen für die Zukunft dieser Industriebranche im Westen," sagt die Autorin der Standortanalyse, Dr. Jasmina Kirchhoff.

vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer geht mit ihrer positiven Einschätzung sogar noch einen Schritt weiter: „Pharma gehört als wichtiges industrielles Standbein zu Nordrhein-Westfalen. Land und Branche stärken sich wechselseitig. Zusammen mit der hochkarätigen Wissenschaftsszene des Landes und einer guten ärztlichen Versorgungsstruktur ließen sich diese Kompetenzen auf konkrete und ambitionierte Gesundheitsziele ausrichten. So könnte der Westen ein Vorreiter für Deutschland werden, wenn er Wirtschaft, Forschung und Gesundheitsleistungen mit Blick auf den demografischen Wandel bündeln würde."

Als Kronzeugen für den Top-Standort NRW zitiert die vfa-Pressemeldung Peter Mitterhofer, Geschäftsführer von UCB Deutschland. Für ihn spielt die Wirtschaftspolitik eine entscheidende Rolle für die Attraktivität des Standorts: „UCB investiert seit vielen Jahren circa ein Viertel seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, damit Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen einen schnellen Zugang zu innovativen Arzneimitteln erhalten. Um den Standort Monheim langfristig zu sichern, bedarf es auch in Zukunft verlässlicher politischer Rahmenbedingungen, wie wir sie derzeit in Nordrhein-Westfalen vorfinden.“ Erst gestern hatte der weltbekannte Arzneimittelhersteller aus Leverkusen, die Bayer AG, seinen kräftigen Gewinnzuwachs in den ersten drei Quartalen vor allem mit dem florierenden Arzneimittelgeschäft begründet.

Auf DAZ.online-Nachfrage sieht der vfa keinen Widerspruch der Erfolgsmeldungen und positiven Standortstudie zu der sonstigen Kritik beispielsweise an der inzwischen zurückgenommenen Erhöhung des Herstellerzwangsrabattes oder der Einführung von Nutzenbewertung und Preisverhandlungen für neue Arzneimittel. „Deutschland ist ein wichtiger Standort für die Pharmaindustrie. Das gilt insbesondere für NRW. NRW hält mit seinem dichten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk alle Trümpfe in der Hand. Aber dieser Erfolg steht auf dem Spiel, wenn die Politik die Weichen falsch stellt. Wir erwarten von der Politik daher weitsichtige Rahmenbedingungen“, so vfa-Hauptgeschäftsführerin Fischer zu DAZ.online.


Lothar Klein


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