Hausarzt-Analyse der apoBank

Wieder mehr Existenzgründungen auf dem Land

Berlin - 27.10.2014, 12:38 Uhr


In ländlichen Regionen hat sich der Anteil der hausärztlichen Existenzgründungen innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt. Das geht aus einer Existenzgründungsanalyse für Hausärzte hervor, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) durchgeführt hat. Grundlage bilden 610 Existenzgründungsfinanzierungen, die die apoBank im Zeitraum 2012/2013 begleitet hat.

Während vor zwei Jahren lediglich 5,9 Prozent der hausärztlichen Existenzgründungen in Regionen mit weniger als 5000 Einwohnern stattfanden, waren es 2011/2012 rund 10,5 Prozent. In der aktuellen Analyse zeigte sich erneut eine (leichte) Zunahme der Existenzgründungen von Hausärzten auf dem Land: 11,5 Prozent entschieden sich im Zeitraum 2012/2013 dafür.

„Die Zahlen zeigen, dass die Politik mit der Aufhebung der Residenzpflicht 2012 einen Schritt in die richtige Richtung unternommen hat“, erklärt dazu Georg Heßbrügge von der apoBank. In der Regel stünden Landpraxen wirtschaftlich gut da. Die neue Regelung habe – neben weiteren Faktoren – dazu geführt, dass es „nun auch eine echte Option für Existenzgründer“ sei. Allerdings zeigt die Analyse auch, dass sich nach wie vor insgesamt zu wenige Hausärzte niederlassen. So liegt ihr Anteil unter den Existenzgründern insgesamt bei 26,6 Prozent. Der Anteil der Hausärzte unter den Vertragsärzten liegt jedoch bei 44,2 Prozent.

Ein weiteres Ergebnis der Existenzgründungs-Analyse: Die Niederlassung von Hausärzten erfolgt zunehmend später. Der Großteil der Hausärzte macht sich bis zum 41. Lebensjahr selbständig (42%). Etwas mehr als jeder Vierte entscheidet sich zwischen 41 und 45 Jahren für den Schritt in die Selbständigkeit (27,7%). Etwa jeder dritte Existenzgründer ist älter als 45 Jahre (30,3%). Im Jahr 2011/2012 machten sich noch rund 47 Prozent der Hausärzte bis 40 Jahren selbstständig. Knapp 29 Prozent waren bei der Niederlassung zwischen 41 und 45 Jahre alt, und der Anteil der über 45-jährigen Hausärzte lag bei 24 Prozent.


Annette Lüdecke


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