Abbvie und Shire

Milliarden-Übernahmedeal endgültig beerdigt

North Chicago/Berlin - 21.10.2014, 09:51 Uhr


Der US-Pharmakonzern Abbvie und Shire haben sich nun ganz offiziell von der angepeilten Übernahme des irisch-britischen Unternehmens verabschiedet. Das teilten die Amerikaner am Montag mit. Der Abbvie-Verwaltungsrat hatte seinen Aktionären bereits empfohlen, die Übernahme abzulehnen. Abbvie machte erneut die kürzlich geänderten Steuerregeln in den USA verantwortlich.

Die Amerikaner hatten eigentlich vorgehabt, Shire für 51 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der Konzern wollte durch die Verlagerung seines Firmensitzes Steuern sparen. Dieser bislang gängigen Praxis, mittels einer Firmenübernahme im Ausland der Steuerlast in den USA zu entkommen, hatte im September aber der US-Fiskus einen Riegel vorgeschoben. Für Abbvie wird der Deal dadurch uninteressant. Als Entschädigung wird der Konzern gut 1,6 Milliarden Dollar an Shire überweisen.

Nach der abgeblasenen Übernahme plant Abbvie nun einen großen Aktienrückkauf: In den kommenden Jahren werde Abbvie eigene Papiere für fünf Milliarden US-Dollar zurückkaufen, hieß es vonseiten des Unternehmens. Außerdem soll die Quartalsdividende um 17 Prozent auf 0,49 US-Dollar steigen. Zudem drängt nun der Hedgefonds des Milliardärs John Paulson auf eine Fusion zwischen Shire und dem Botox-Hersteller Allergan, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtet. Paulsons Hedgefonds hält sowohl Anteile an Shire als auch an Allergan.


dpa/DAZ.online


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