TK-Meinungspuls 2014

Zufrieden mit deutschem Gesundheitssystem, aber…

Berlin - 09.10.2014, 16:19 Uhr


Mit dem Gesundheitssystem sind drei von vier Menschen in Deutschland zufrieden. Das geht aus dem diesjährigen TK-Meinungspuls unter 2001 Befragten hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) und das Forsa-Institut heute vorstellten. Die Studie belegt aber auch, dass viele Reformbedarf sehen.

Auch wenn die Mehrheit der Befragten mit dem deutschen Gesundheitssystem zufrieden ist (78%) heißt das nicht, dass kein Reformbedarf gesehen wird: 77 Prozent finden das System im Prinzip gut, es sollte ihrer Meinung nach aber trotzdem an einigen Stellen reformiert werden. Zehn Prozent der Befragten finden hingegen, es sollte alles beim Alten bleiben. 13 Prozent wiederum üben grundlegende Kritik am System.

Die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems war ebenfalls Thema der Befragung: Zwei Drittel der Befragten denken, dass das System den zukünftigen Herausforderungen gewachsen ist (66%). Dennoch stellt sich die Frage nach der Finanzierbarkeit, dem Leistungsumfang und der medizinischen Versorgung: Die große Mehrheit (85%) geht davon aus, dass die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in Zukunft steigen werden. Zudem rechnet mehr als die Hälfte (54%) damit, dass der Leistungsumfang in Zukunft eingeschränkt werden muss, und knapp jeder Zweite fürchtet eine sinkende medizinische Versorgungsqualität (47%).

Mit Blick auf die derzeitige ambulante Versorgung zeigt sich, dass fast jeder Zweite in Deutschland zufrieden ist mit dem Netz an Haus- und Fachärzten, das ihm in seiner Umgebung zur Verfügung steht. Dabei ist die Zufriedenheit in Städten und Ballungsräumen größer (60%) als auf dem Land (40%). Für die Gewährleistung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten könnten sich 73 Prozent der Befragten vorstellen, dass medizinisches Fachpersonal wie Krankenschwestern Aufgaben von Landärzten – beispielsweise Hausbesuche zur Routinekontrolle bei chronisch Kranken oder Erläuterungen zu Arzneimitteln – übernehmen. Ob sich die Befragten vorstellen können, dass auch Apotheker in diesem Bereich aktiv werden, wurde nicht abgefragt. 37 Prozent könnten sich außerdem vorstellen, mit einem Arzt per Videogespräch zu kommunizieren, um dadurch längere Wege vermeiden und schneller Zugang zu einem Spezialisten bekommen zu können.

In der TK-Studie wurde auch die Zufriedenheit bei dem letzten Arztbesuch unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet. Grundsätzlich waren 93 Prozent der Befragten zufrieden. Neben dem Einfühlungsvermögen des Arztes wurde auch die Kommunikation zwischen Patient und Arzt abgefragt. Hier gaben zwei Drittel der Befragten an, dass sie mit den Informationen des Arztes zufrieden waren. Bei konkreterer Nachfrage zu einzelnen Bereichen zeigten sich allerdings Unterschiede. So war beispielsweise nur jeder Zweite mit den Informationen über Risiken und Nebenwirkungen von Arzneimitteln zufrieden.


DAZ.online