Umfrage der DAK-Gesundheit

„Anti-Stress-Verordnung“: Deutsche sind sich uneins

Berlin - 06.10.2014, 12:43 Uhr


Ob eine gesetzliche Regelung die Stressbelastung im Beruf verringern kann, wird derzeit in der Politik sowie bei Gewerkschaften und Verbänden diskutiert. Um herauszufinden, wie die Bevölkerung zu einer „Anti-Stress-Verordnung“ steht, hat die DAK-Gesundheit eine repräsentative Umfrage beim Forsa-Institut in Auftrag gegeben. Bei der Befragung von 1006 Personen zeigte sich, dass eine knappe Mehrheit für eine gesetzliche Regelung ist. Diese könnte beispielsweise bestimmen, dass Beschäftigte nach Feierabend keine E-Mails mehr bekommen dürfen.

Eine „Anti-Stress-Verordnung“ befürworten laut Umfrage 52 Prozent der Befragten. Als Grund für ihre Zustimmung gaben 86 Prozent an, dass Stress aus ihrer Sicht zu körperlichen und psychischen Erkrankungen führt. 70 Prozent der Befürworter fanden, dass die Belastung durch E-Mails und Anrufe nach Feierabend stark zugenommen habe.

Dagegen lehnen vier von zehn Deutschen eine „Anti-Stress-Verordnung“ ab. Rund 83 Prozent der Kritiker erklärten, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Probleme selbst regeln sollten. Knapp Zwei Drittel meinten, eine pauschale Regelung werde der unterschiedlichen Belastung und Belastbarkeit der Beschäftigten nicht gerecht. Jeder Dritte sagte, dass aus seiner Sicht die Belastung durch E-Mails und Anrufe nach Feierabend gering sei.

Generell ist die Zustimmung für eine gesetzliche Regelung bei Arbeitern (81 %) größer als bei Angestellten (48 %). Mit Blick auf die Parteien unterstützen vor allem Anhänger der Linken (67 %) die Forderung, während bei Anhängern der CDU/CSU eine Regelung mit 48 Prozent mehrheitlich abgelehnt wird (46% Zustimmung, 6 % keine Meinung). Insgesamt sind etwas mehr Frauen als Männer für eine Verordnung, teilte die DAK-Gesundheit mit.

Die Meinungen zu einer gesetzlichen Regelung gegen Stressbelastung gehen in der Bevölkerung zwar auseinander. Dennoch sei die Stressbelastung im Job für viele Menschen „offensichtlich ein wichtiges Thema“, erklärte Frank Meiners von der DAK-Gesundheit. „Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik dieses Thema angeht.“ Wichtig sei ein Appell an die Arbeitgeber, die vorhandenen Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung schon jetzt stärker zu nutzen.


DAZ.online


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