Neue AOK-Rabattverträge ab 1. Oktober

Hermann: Unverzichtbare Säule im GKV-System

Berlin - 30.09.2014, 14:45 Uhr


Am morgigen 1. Oktober starten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge. Die nunmehr dreizehnte Tranche umfasst 57 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Sie ersetzt die auslaufenden Tender acht und neun, zudem enthält sie 13 Wirkstoffe, die erstmals ausgeschrieben wurden. Zu den umsatzstärksten Präparaten der 13. Rabattrunde gehören Metformin, Metoprolol und Olanzapin.

Insgesamt hat die AOK-Gemeinschaft für die neue Rabattvertragsrunde Vereinbarungen mit 27 Pharmaunternehmen getroffen. Für 54 Fachlose wählte sie das Ein-Partner-Modell, also Exklusivverträge. Bei drei Fachlosen setzte sie auf das Drei-Partner-Modell: beim Diabetesmedikament Metformin und den Blutdruckmitteln Metoprolol und Candesartan. Die Verträge haben eine zweijährige Laufzeit und decken laut Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, ein AOK-Umsatzvolumen von bundesweit zuletzt rund 1,1 Milliarden Euro ab.

Zum 1. Oktober 2014 wird die AOK-Gemeinschaft somit 259 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen unter Vertrag haben. Ihr jährliches Umsatzvolumen beziffert sie auf mehr als fünf Milliarden Euro. Der Kasse zufolge decken die Verträge der Tranchen zehn bis 13 rund zwei Drittel des Generikamarktes ab.

Zum Start der neuen Tranche betont Hermann erneut die wirtschaftliche Bedeutung der Rabattverträge. Dazu verweist er auf die jüngsten Aussagen der Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports (AVR). Diese hatten 1997 ein jährliches Generika-Einsparpotenzial von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro ausgemacht – und damit einen Sturm der Entrüstung bei den Pharmaunternehmen ausgelöst. Offenbar war bei den Generikaherstellern jedoch noch Luft drin, so die AVR-Herausgeber – das zeigten die nunmehr erzielten Einsparungen durch Rabattverträge.

Hermann kann das nur bestätigen: „2013 hat allein die AOK-Gemeinschaft durch die Rabattverträge mehr als 1,3 Milliarden Euro erlöst. Die Einsparungen aller Krankenkassen zusammen haben im vergangenen Jahr die Drei-Milliarden-Grenze erreicht.“ Durch die bundesweiten Rabattverträge habe die AOK-Gemeinschaft seit 2007 bei gleichbleibend hoher Versorgungsqualität für ihre Versicherten mehr als 3,6 Milliarden Euro bei den Ausgaben für Arzneimittel einsparen können, so die AOK Baden-Württemberg weiter.

Hermann lässt sich auch den Schwenk auf die gegenwärtige Diskussion um das neue Hepatitis-C-Medikament Sovaldi® und seine möglichen Nachfolger nicht nehmen: Schon die Preispolitik einzelner Pharmaunternehmen könne die gesetzliche Krankenversicherung in finanzielle Schieflage bringen. Umso unverzichtbarer seien die Arzneimittelrabattverträge als tragende Säule der dauerhaften GKV-Finanzierung, so der AOK-Chef.

Hier finden Sie eine Übersicht der laufenden AOK-Arzneimittelrabattverträge (pdf-Dokument, Stand: Oktober 2014).


Kirsten Sucker-Sket


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