Politischer Lagebericht

Schmidt: „GKV soll kleinliche Blockade beenden“

München - 17.09.2014, 17:25 Uhr


Zum Auftakt des diesjährigen Deutschen Apothekertages in München hat ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in seinem politischen Lagebericht die gesetzlichen Krankenkassen aufgefordert, zu einem Vertrauensverhältnis zurückzukehren und „kleinliche Machtspiele“ zu unterlassen: „Beenden Sie Ihre Politik der kleinlichen Blockade“, forderte Schmidt: „Lassen sie uns zurückkehren zu einem Zustand gegenseitigen Vertrauens.“

Unnötige Bürokratie spare kein Geld, sondern produziere systeminterne Kosten. Schmidt: „Dieses Geld sollte besser für tatsächliche Versorgungsleistungen aufgewendet werden.“ Die erstklassige Arzneimittelversorgung in Deutschland drohe durch überbordende Komplexität ernsthaft Schaden zu nehmen. „Überregulierung in Verbindung mit kleinlicher Paragrafenreiterei löst keine Versorgungsprobleme, sondern sie schafft welche“, sagte der ABDA-Präsident.

Die Apothekerschaft stehe fest und konsequent zu ihren zentralen Werten. „Arzneimittelversorgung ist Apothekersache, sie muss frei bleiben von berufsfremdem Einflüssen“, so Schmidt. Die größte Herausforderung ist aus Sicht des ABDA-Präsidenten, junge Kollegen davon zu überzeugen, „den in Jahrzehnten aufgebauten eigenen Apothekenbetrieb zu übernehmen und weiterzuführen“. In den letzten Jahren seien über 1000 Apotheker an dieser Aufgabe gescheitert, und es spreche wenig dafür, dass sich diese Situation in Kürze grundlegend ändern werde. Dies sei Ausdruck eines geschwundenen Vertrauens der jungen Apothekergeneration in die selbstständige Existenz.

Glücklicherweise seien bis heute nur erste Ansätze von Versorgungsproblemen in einzelnen Regionen erkennbar. Setze sich der Schrumpfungsprozess fort, werde sich dies aber bald ändern und der Weg zur Apotheke „für viele Menschen länger“ werden als heute. Schmidt: „Die Apotheke gehört ins Dorf. Die Menschen haben ein Recht auf diese Dinge“. Dies sei die „eigentliche Herausforderung“ und Anlass nicht nur für Nachdenken, sondern „für aktives Handeln“.

Ausführlich würdigte Schmidt in seinem politischen Lagebericht die im letzten Jahr geführte Leitbilddiskussion. Das Ergebnis sei ein überzeugender Beweis für die Handlungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein „unseres Berufsstandes und seiner Spitzenorganisation“. Am allermeisten überzeuge ihn das Bekenntnis zur Arbeit im heilberuflichen Netzwerk. Damir seien die Apotheker den anderen Heilberufen einen Schritt voraus.

Schmidt appellierte an die Geschlossenheit der Apothekerschaft und forderte eine breite Zustimmung zum „Perspektivpapier 2030“ in der morgigen Diskussion und Abstimmung. Der Apothekertag solle ein „klares Signal in den Berufsstand und in Gesellschaft und Politik aussenden und unser Perspektivpapier mir einem eindeutigen zustimmenden Votum versehen“. Allen solle damit klar werden: „Die Apotheker übernehmen Verantwortung für die Zukunft des Berufes und für die sichere Versorgung der Menschen“, so Schmidt.   


Lothar Klein


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