GKV-Arzneimittelausgaben im 1. Halbjahr 2014

Fast 4 Mrd. Euro Enlastung durch Rabatte und Zuzahlungen

Berlin - 16.09.2014, 12:24 Uhr


Im ersten Halbjahr 2014 lagen die Bruttoausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel – ohne Impfstoffe – bei 17,9 Milliarden Euro. Tatsächlich zahlten die Krankenkassen aber nur 14 Milliarden Euro – die übrigen 3,9 Milliarden Euro ersparten ihnen die Hersteller, Apotheken und Patienten. Dies geht aus Daten des Informationsdienstleisters IMS Health hervor.

Bei den Bruttopreisen handelt es sich um die Apothekenverkaufspreise inklusive Mehrwertsteuer – sie sind gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um fünf Prozent gestiegen. Doch bekanntlich gehen von dieser Summe diverse Rabatte sowie Zuzahlungen ab. Von den 3,9 Milliarden Euro, die abzuziehen sind, trugen rund 2,3 Milliarden Euro die Hersteller: 800 Millionen Euro über den gesetzlichen Abschlag, 1,5 Milliarden Euro über vertraglich vereinbarte Rabatte. Die Apotheken entlasteten die Kassen über den Apothekenabschlag um 556 Millionen Euro. Und auch die Patienten leisteten ihren Sparbeitrag: Ihre Zuzahlungen beliefen sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf gut eine Milliarde Euro.

Die Menge zulasten der GKV abgegebener Arzneimittel war im ersten Halbjahr mit 345 Millionen Packungen leicht rückläufig (-1,5 %). IMS Health führt diese Entwicklung zum einem auf die im Vergleich zum Vorjahr schwache Erklärungswelle zurück. Dies habe zu einem Verordnungsrückgang von systemisch antibakteriellen Präparaten (-7 %) und Husten- bzw. Erkältungspräparaten (-14 %) geführt. Zum anderen habe es in Arzneimittelgruppen Rückgänge gegeben, die zur Behandlung chronischer Erkrankungen eingesetzt werden, etwa bei nicht-steroidalen Antirheumatika (-4 %) oder Herz-Kreislauf-Therapeutika wie Kombinationspräparaten von ACE-Hemmern (-3 %) oder Betablockern (-6 %). Womit dieser Rückgang zusammenhängen könnte, erklärt IMS allerdings nicht. Überdies sei der Absatz in einigen Gruppen gesunken, weil weniger kleine und/oder mittlere und mehr große Packungen abgegeben wurden.


Kirsten Sucker-Sket


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