Zytostatika-Versorgung in Hessen

AOK will weiter retaxieren

Berlin - 12.09.2014, 13:15 Uhr


Die Versorgung ambulanter Krebspatienten, die bei der AOK Hessen versichert sind, bewegt sich auf einem immer schmaleren Grat. Nach Informationen des Hessischen Apothekerverbands (HAV) haben mittlerweile fünf der bezuschlagten Apotheken ihr Los zurückgegeben. Damit haben nur noch sieben Apotheken einen Exklusivvertrag zur Versorgung der AOK-versicherten Krebspatienten mit Zyto-Zubereitungen. Die AOK Hessen hat indessen weitere Retaxationen angekündigt – der HAV weitere Klagen.

Auch nach dem zweiten zu ihren Ungunsten ergangenen Urteil des Sozialgerichts Marburg steht die AOK Hessen zu ihrer Zyto-Ausschreibung. Ein Sprecher der Kasse betonte gegenüber DAZ.online, dass die AOK gegen die Urteile aus Marburg und Darmstadt in Berufung gehen wird. Auch in Zukunft will die Kasse ihre Retax-Praxis nicht ändern. Sie werde an den Nullretaxationen von Apotheken, die ohne Exklusivvertrag AOK-versicherte Krebspatienten versorgt haben, festhalten, so der Sprecher.

Laut HAV ist die Kasse auch nicht bereit, sich auf ein Musterstreitverfahren einzulassen. Und so sind jetzt noch vier weitere Verfahren vor den Sozialgerichten Darmstadt, Frankfurt und Kassel anhängig. Weitere Verfahren sollen auf den Weg gebracht werden, meldet der Verband. Für das erste Quartal 2014 hat der HAV bereits Einsprüche für seine Mitglieder eingelegt, die sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.


Kirsten Sucker-Sket


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