Bundesregierung zu Ebola

Ansteckungsgefahr in Deutschland gering

New York/Berlin - 03.09.2014, 16:55 Uhr


Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus in Deutschland ist nach Einschätzung der Bundesregierung gering. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erläuterte, die derzeit westafrikanische Staaten heimsuchende Krankheit breche bei infizierten Menschen sehr schnell aus. Daher sei es unwahrscheinlich, dass eine Infektion hierzulande nicht rechtzeitig erkannt werde. Im Übrigen sei Deutschland mit einem guten Netz an Behandlungszentren ausreichend gerüstet.

Das Auswärtige Amt wies darauf hin, dass es für Guinea, Sierra Leone und Liberia seit Mitte August eine Ausreiseaufforderung für deutsche Staatsbürger gebe. Ein Krisenstab beobachte zudem intensiv, ob möglicherweise Deutsche in den betroffenen Ländern infiziert würden. Die BMG-Sprecherin sagte, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgestellte Plan zur Bekämpfung der aggressiven Viruserkrankung müsse zügig umgesetzt werden. Deutschland beteilige sich mit finanziellen Hilfen und Experten. Es werde zudem stetig geprüft, wie die Unterstützung ausgebaut werden könne.

Weil die rasant fortschreitende Ebola-Epidemie alle medizinische Hilfe beansprucht, sterben in Sierra Leone, Liberia und Guinea derweil immer mehr Menschen auch an anderen Krankheiten. Vielerorts seien zudem Gesundheitsstationen unbesetzt, weil die örtlichen Kräfte sich selbst mit Ebola infiziert hätten oder aus Angst vor Ansteckung nicht zur Arbeit gingen, berichtet „Ärzte ohne Grenzen“. Die Organisation forderte die Organisation die westlichen Regierungen daher erneut auf, umgehend ein Hilfsprogramm zu starten und Unterstützung zu schicken.

Die Vereinten Nationen fordern im Kampf gegen Ebola eine konzertierte Aktion der internationalen Gemeinschaft. Der Ausbruch in Westafrika sei eine ähnlich große Herausforderung wie der Tsunami im Indischen Ozean 2004 oder das Erdbeben in Haiti 2010, sagte Vize-Generalsekretär Jan Eliasson am Dienstag (Ortszeit) in New York. „Es ist eine der schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatten. Die Situation ist kritisch, ängstigend, aber wir werden es schaffen.“ Die Epidemie sei ein Test für die Infrastruktur der betroffenen Länder und die Solidarität der Welt.


dpa/DAZ.online


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