GKV-Halbjahresbilanz

Arzneimittelausgaben steigen um knapp 9 Prozent

Berlin - 02.09.2014, 14:00 Uhr


Die gesetzlichen Krankenkassen sparen durch die Rabattverträge zwar immer mehr Geld. Allerdings stiegen im ersten Halbjahr 2014 die Arzneimittelausgaben unter dem Strich so stark an wie seit drei Jahren nicht mehr – Grund hierfür ist der zum Jahreswechsel abgesenkte Herstellerrabatt. Das geht aus der Halbjahresstatistik des Bundesgesundheitsministeriums für den GKV-Sektor hervor.

Im ersten Halbjahr stiegen danach die Einsparungen durch vertraglich vereinbarte Rabatte von rund 1,3 Milliarden Euro um rund 200 Millionen Euro auf rund 1,5 Milliarden Euro. In den Monaten Januar bis Juni 2014 mussten die gesetzlichen Kassen allerdings insgesamt für Arzneimittel nach drei Jahren mit moderaten Zuwächsen 8,9 Prozent mehr ausgeben als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Arzneimittelausgaben wuchsen um 1,38 Milliarden Euro auf 17,5 Milliarden Euro. „Dieser Ausgabenzuwachs dürfte zu einem Teil auf das Auslaufen des bis 31. Dezember 2013 befristeten erhöhten Herstellerrabatts für patentgeschützte Arzneimittel von 16 Prozent zurückzuführen sein. Zudem führt die Versorgung mit neuen innovativen Arzneimitteln zu Mehrausgaben in der GKV“, heißt es in der Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

Bereits zum Jahresbeginn habe die Bundesregierung wichtige ausgabenbegrenzende Regelungen umgesetzt: „Das bestehende Preismoratorium wurde bis Ende 2017 nahtlos verlängert. Mit Wirkung zum 1. April 2014 wurde der Herstellerabschlag von 6 Prozent auf 7 Prozent für alle Arzneimittel angehoben. Ohne diese ausgabenbegrenzenden Regelungen wäre der Anstieg der Arzneimittelausgaben deutlich im zweistelligen Bereich gewesen. Das spart der gesetzlichen Krankenversicherung und damit den Beitragszahlern rund 650 Millionen Euro im Jahr. Wir werden die weitere Entwicklung sorgfältig im Auge behalten“, so der Kommentar von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur Ausgabenentwicklung bei den Arzneimitteln.


Lothar Klein


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